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[FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Thema: [FF-CO-inprog]"Das Serum" (Gelesen 792 mal)
Nora-chan
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[FF-CO-inprog]"Das Serum"
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am:
28.09.09, 22:33:08 »
Hallo alle zusammen!
Ich melde mich dann mit einem Cross-over bei euch, auch wenn ich vorwarne, dass es am Anfang ziemlich nach nur Numb3rs aussehen tut!
Aber das ändert sich in Laufe der FF.
Es handelt sich dabei um einen Cross-over über Numb3rs und der Bücherreihe "Burn Case und Dark Secret" von Douglas Preston und Lincoln Child. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!!
Über FB´s würde ich mich sehr freuen!
Autor: Nora-chan
Haupt-Charaktere: Charlie Eppes, Don Eppes, Nora Errol, Spezial Agent Pendergast
Handlungsplott: Ein Mörder zieht eine blutige Spur durch halb USA...
Spoilerstand: Numb3rs sollte man kennen, da alle bekannten Charaktere vorkommen. Die Bücher muss man nicht kennen; ich denke, ich werde es ausführlich genug beschreiben!^^
Status: wird noch fortgesetzt
Rating: R-16
Copyright: Die Charaktere von Numb3rs unterliegen dem Copyright der CBS. Die Charaktere Pendergast und Pendergast unterliegen dem Copyright des Autorenduos Preston und Child. Alle anderen Charaktere sind frei erfunden.
Das Serum
Was vorher geschah…
Nora und Michelle machten in Los Angeles Urlaub und erfüllten sich damit einen großen Traum. Doch der Traum drohte zu zerplatzen, als beide unfreiwillig in einen Mordfall verwickelt wurden. Doch so lernten die beiden Don und Charlie kennen. Sie merkten schnell, dass die Chemie stimmte. Sie kamen mit ihren Traummännern zusammen und der Fall wurde erfolgreich gelöst. Aber schon wieder drohte das Glück zu zerbrechen, als allen klar wurde, dass Nora und Michelle aus Deutschland kamen. Jedoch wollten die beiden ihre Zukunft nicht aufgeben und entschieden sich, in Los Angeles zu bleiben. Schnell wurde eine hübsche Bleibe am Strand gefunden und eingerichtet. Ein neues Schicksal stand ihnen bevor und schien sich immer besser zu entfalten. Michelle ging studieren und half nebenbei in Fällen von Don aus. Nora bekam eine Stelle als Journalistin und war auf dem besten Wege die Karriereleiter empor zu steigen. Ihre Kontakte zum FBI waren dabei nicht unschuldig.
Es folgte der schönste Tag von den beiden, an Thanksgiving, wo Charlie und Don die Liebe zu ihnen gestanden hatten und um ihre Hand anhielten. Ein großer Schritt für beide Seiten, denen sie freudig entgegen treten wollten…
Kap 1
Im tiefen Winter in Los Angeles spazierte Nora Errol bei angenehmen 18° auf dem Campus-Gelände der CalSci. Die Sonne schien und man sah nur vereinzelte Wolken am Himmel. Sie musste zu geben, dass es ihr ein bisschen komisch vorkam, dass in paar Tagen Weihnachten war und sie in T-Shirt draußen rum lief. Aus Deutschland war sie gewohnt dicke Mäntel und Regenschirme dabei zu haben. Doch heute war ein angenehm warmer Tag. Trotzdem, das freute sie. Sie liebt die Wärme und erfreute sich der Sonne jeden Tag.
Sie ging in eine der vielen Gebäude von der CalSci. Hier waren die Büros der Dozenten und Wissenschaftler. Mittlerweile kannte sie sich hier sehr gut aus. Hier waren nur noch wenige Studenten. Öfter sah man die Mitarbeiter der CalSci miteinander reden und diskutierten über neu entdeckte Theorien und praktische Entdeckungen.
Nora liebte die Atmosphäre und atmete freudig durch. Anschließend klopfte sie an eine Tür, wartete jedoch nicht, bis jemand sich zu Wort meldete und trat einfach hinein. In einem Sessel vor sich hingrübelnd sah sie Larry Fleinhardt. Er war Charlie Eppes bester Freund. Er beachtete sie gar nicht. Zu sehr war er in seiner Welt voller Planeten, Meteoriten, Sonnen und ihrer Systeme, der Orbits und Nebelwinde und was nicht alles schon Nora von ihm gelernt hatte.
Sie setzte sich ihm gegenüber, ebenfalls auf einen Sessel und ließ ihre Tasche neben sich leise auf den Boden gleiten. Sie wollte ihn nicht stören, also wartete sie, bis er selber erwachte.
Doch irgendwie war schon eine halbe Stunde vergangen und Nora wurde langsam ungeduldig. Schließlich stand sie auf und stöberte bisschen durch die Titel der Bücher, die Larry da hatte. Plötzlich aber seufzte er und sie wusste was das bedeutete. Er ist mindestens 500- 1000 Lichtjahre gereist, doch hatte keine zufriedene Lösung gefunden. Aber das Wichtigste, er war wieder zurück.
„Worüber hast du nachgedacht?“, fragte sie ihn.
„Ein junger Astrophysiker hat eine wahnwitzige Theorie aufgestellt, die das Weltbild, oder besser gesagt das Urknallbild und einiges Mehr auf den Kopf stellt. In einigen Punkten ist er wirklich brillant. Aber…“, er machte eine Pause und schüttelte den Kopf.
„Verstehe…“, sagte sie lächelnd und setzte sich wieder ihm gegenüber.
„Wie lange bist du schon hier?“, fragte er sie.
„Etwas länger als eine Halbestunde.“, antwortete Nora ihm.
Er sah auf die Uhr. „Mein Gott, ist es schon so spät?“, fragte er mehr sich.
„Zeit ist relativ. Erzähl mir von der wahnwitzigen Theorie.“, sagte sie lächelnd.
„Wenn das nur alle so sehen würden. Brauchst du etwa eine Story?“, fragte er wieder.
„Ehrlich gesagt ja. In dem Fall am Bahnhof sind Don und Charlie immer noch nicht weiter.“, antwortete sie etwas seufzend. Dabei holte sie ihren Notizblock heraus, samt Stift und wartete darauf, dass Larry anfängt zu erzählen.
„Verstehe…“, sagte Larry und schien wieder in seine Welt zu verschwinden.
„Larry?“, sprach Nora ihn noch mal an. Er erschreckte sich leicht und sah sie groß an.
„Der junge Astrophysiker. Was hat er entdeckt?“, versuchte sie ihn auf das Thema zu bringen.
„Ouh. Ja… Joao Magueijo stellte die Theorie von VSL- Varying Speed of Light- auf. Er stammt aus Portugal, arbeitet aber als Dozent am Imperial Collage in London. Eine variierende Lichtgeschwindigkeit würde zum Beispiel den Urknall in der Plankzeit erklären…“, fing Larry zu erzählen. Und sie schrieb alle wichtigen Daten auf. Zwischendurch hatte sie mal eine Frage, wenn sie was nicht verstand, wie die Inflation. Doch wenn Larry erst Mal anfing eine andere Theorie zu erklären, vergaß er ganz den roten Faden. Nora musste ihn immer wieder in die richtige Richtung führen. Dabei hatte sie ihren Spaß.
Nach mehreren Stunden waren die beiden Fertig. Larry hat einen Punkt gefunden und Nora hatte eine wissenschaftliche Story für die L.A. Times.
„Es tut mir Leid, dass ich dir so viel Zeit geraubt habe… Das nächste Mal solltest du vielleicht Charlie oder Amita fragen, wenn du ein Wissenschaftsartikel schreibst.“, sagte Larry, als Nora ihre Sachen zurück in die Tasche packte.
„Ach nein. Das war so in Ordnung. In einer halben Stunde wollte ich mich sowie so mit Charlie treffen. Und vorher hatte ich sowie so nichts zu tun.“, sagte sie und legte die Tasche um die Schulter.
„Hast du eine Jacke? Es ist mittlerweile kalt draußen.“, fragte Larry sorgvoll.
„Ja, ich hab eine kleine Jacke in meiner Tasche. Noch mal Danke für den Artikel!“, antwortete Nora verabschiedete sich mit einem Lächeln bei Larry.
Nur einige Türen weiter war Charlies Büro. Sie freute sich immer wieder neu Charlie wieder zu sehen. Sie war zwar etwas zu früh, aber sie mochte es Charlie bei der Arbeit einfach nur zu beobachten. Mit dem Lächeln auf den Lippen klopfte sie auch an Charlies Tür. Wieder trat sie hinein ohne, dass sie eine Stimme hörte. Sie sah ihren Verlobten vor der Tafel. Er wischte grade einen Term einer Formel weg und ersetzte es durch einen neuen Term.
„Hi Charlie!“, begrüßte sie ihn.
Er drehte sich zu ihr überrascht um. „Nora! Hi! Ich hab dich gar nicht kommen hören!“, sagte er und drehte sich wieder zu seiner Formel um. Doch dann fiel ihm etwas ein. Er wollte grade was sagen, als Nora ihm zu vorkam.
„Was machst du da?“, fragte sie ihn.
„Das ist die Formel, mit der ich versuchte den Schützen im Bahnhof zu finden. Doch ich habe jetzt den Fehler gefunden. Das Problem ist, dass dieser Term falsch war. Mit dem Term musste ich den hier ändern.“, sagte Charlie und zeigte auf die Terme. „Mit dem Term muss ich wieder rum den ändern und das zieht sich fast durch die ganze Formel. Ich könnte genauso gut eine völlig neue Formel schreiben, aber das würde noch länger dauern.“, sagte Charlie und sah sie dann an.
Nora wusste sofort was dies bedeutete. Doch sie lächelte immer noch.
„Es tut mir Leid, Nora. Ich weiß, ich hab dir heut versprochen mit dir Essen zu gehen.“, entschuldigte sich Charlie bei Nora und ging auf sie zu.
„Ist schon gut. Ich bin auch eigentlich nur so früh hier, weil ich dir sagen wollte, dass ich noch einen wichtigen Termin habe. Eigentlich wollte ich Absagen…“, sagte Nora und versuchte ihr Gesicht zu wahren.
Charlie war von der Nachricht Noras total überrascht und sah sie erstaunt an. Dann sah er weg, dachte ein wenig über das Gesagte nach und sah sie dann an. Er lächelte wieder auf. Sie liebte sein Lächeln und freute sich, ihm eine Freude gemacht zu haben.
„Okay. Gut… ähm… Wann musst du los? Willst du vielleicht noch was trinken? Kurz kann ich mich auch davon los reißen.“, schlug Charlie ihr an.
„Nein. Ich muss leider schon los. Ich wollte es dir nur sagen!“, sagte sie und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen. Wieder lächelten sie sich an und dann ging Nora langsam auf die Tür zu.
„Okay, dann sehen wir uns morgen oder so. Ich ruf dich an!“, sagte sie und war dann auch schon draußen. Sie machte hinter sich die Tür zu.
Charlie sah ihr kurz nach, spielte unbewusst mit der Kreide und wandte sich schließlich seiner Formel zu. Er war sich nun unsicher, ob er trotzdem das Richtige getan hatte. Er fühlte sich komisch. Als ob etwas nicht so laufen sollte, wie es lief. Er versuchte jedoch die Gedanken zu verdrängen und konzentrierte sich wieder auf die Formel.
Nora lehnte sich an seine Tür an und versuchte sich die Tränen zurück zu halten. Es fiel ihr jedoch schwer. Schließlich setzte sie sich in Bewegung mit der Hand vorm Mund. Sie wollte niemanden zeigen, wie gekränkt sie sich fühlte. Es war zwar kaum einer mehr da, doch den wenigen Menschen wollte sie trotzdem keine Schwäche zeigen. Vor allem hoffte sie, nicht Larry über den Weg zu laufen. Draußen war es deutlich kälter geworden, doch Nora lief über den Campus und beachtete die Kälte gar nicht. Als sie sich schon außerhalb des Campus wieder fand, blieb sie stehen und sah sich um. Dabei überlegte sie, wo sie nun hin wollte. Sie wusste nicht, bei wem sie sich zu dieser späten Stunde ausweinen könnte. Michelle konnte sie es nicht sagen. Sie lernte grade für eine wichtige Klausur, die sie am nächsten Tag schreiben sollte und sie könnte, auch wenn es nur aus versehen war, Don etwas erzählen. Und wenn Don es weiß, wusste sie, dass es Charlie erfährt. Sie möchte allerdings nicht, dass Charlie weiß, dass sie ihn belügt. Aber es machte sie glücklicher, wenn Charlie lächelte. Plötzlich fand sie sich vor Megans Haus wieder. Vorsichtig klingelte sie an der Tür. Völlig nervös überlegte sie sich, was sie Megan sagen sollte. Doch Megan war zu schnell. Bevor sie sich was zu Recht legen konnte, machte sie ihr schon die Tür auf.
„Nora?! Was ist passiert?“, fragte sie gleich. Megan sah sofort, dass Nora etwas bedrückte.
„Hi… ähm… kann ich rein kommen?“, fragte Nora und versuchte sie anzulächeln, was jedoch misslang.
„Aber natürlich. Komm herein.“, antwortete Megan und öffnete die Tür ganz, dass Nora eintreten konnte. Nachdem Nora drin war, sah sie sich noch Mal draußen um und schloss die Tür wieder ab.
Sie fanden sich in Megans Wohnzimmer wieder. Nora hatte eine Tasse mit heißem Tee, um sich wieder etwas aufzuwärmen. Megan machte sich ernsthafte Sorgen um Nora. Sie sah sofort, dass man ihr in einer gewissen Weise wehgetan hatte.
„Also… Erzähl mir, was passiert ihr.“, bat Megan und strich Nora über die Arme.
„Ich glaube, ich steigere mich da zu sehr rein.“, sagte Nora nur. Sie wollte zwar darüber reden, doch war sich nun unsicher.
„Es handelt sich um Charlie, richtig? Ich weiß von Larry, dass er grade mit der Formel für unseren Schützen ziemlich beschäftigt ist.“, sagte Megan.
Nora nickte. „Wir haben nichts mehr zusammen nach Thanksgiving gemacht. Das Semester endet und Charlie hat nicht nur alle Hände voll mit Klausuren und Schülern zu tun. Doch um Don helfen zu können, aber seine Schüler nicht zu vernachlässigen, verschiebt er seine Arbeit in die Nacht. So haben wir überhaupt keine Zeit mehr für einander. Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.“, begann Nora zu erzählen.
Megan nickte nur.
„Manchmal beneide ich Michelle. Sie ist in der Lage Don in solchen Situationen zu helfen. Ich? Ich kann vielleicht bisschen Rechnen und eine logische Zahlenreihe aufstellen. Aber wenn es wirklich um etwas Wichtiges handelt, bin ich völlig nutzlos und allen nur ein Dorn im Auge.“, fügte Nora hinzu.
„Ich finde, du gehst zu hart mit dir selber um. Charlie liebt dich aus ganzem Herzen. Nur weil er jetzt bisschen mehr zu tun hat, heißt es ja nicht, dass er dich weniger liebt.“, sagte Megan und tröstete Nora mit einem Lächeln.
„Aber ich vermisse seine Nähe…“, sagte Nora und brach schließlich in Tränen aus. Megan war überrascht, dass Nora sich da so sehr hinein steigerte. Sie nahm sie ihn den Arm und versuchte mit sanften und ruhigen Wörtern sie zu beruhigen. Doch es dauerte eine Weile. Nora ließ alles raus, was sie schon die letzten Wochen zurück gehalten hatte. Megan wusste, dass es einerseits gut war, denn damit baute sie ihren Stau ab. Doch es wird wahrscheinlich noch öfter vorkommen, dass Charlie wegen Don viel um die Ohren haben wird. Nora tat ihr Leid und sah, wie sehr sie Charlies Hilfe in Anspruch nahmen und fragte sich, ob es Charlie selber auch bewusst war.
„Ich mach dir neuen Tee fertig, okay?“, fragte Megan und hob ihre Tasse an.
Nora nickte nur. Sie hatte sich ein wenig beruhigt. Alles raus zulassen, was sie die ganze Zeit herunterschlucken musste, war für sie gar nicht so einfach. Dennoch fühlte sie sich jetzt erleichtert. Wie von einer schweren Last befreit. Es fühlte sich gut an und war froh in Megan eine Freundin gefunden zu haben, zu der sie immer wieder gehen konnte.
Nora atmete noch mal tief durch und schloss dabei die Augen. Sie versuchte sich noch mehr zu entspannen, damit sie nach Hause kommen konnte, ohne dass Michelle etwas merkte. Doch das wird ziemlich schwierig, da Michelle sie einerseits sehr gut kannte und andererseits sie eine hervorragende Beobachtungsgabe besitze.
Plötzlich fühlte sich Nora leicht und doch so schwer und bevor sie was dagegen unternehmen konnte, war sie schon auf dem Sofa von Megan eingeschlafen.
Als Megan eingetreten war, sah sie Nora dort friedlich schlafen. Sie lächelte, als sie das sah. Sie nahm eine Decke und deckte Nora damit zu. Anschließend nahm sie ein Buch und begann darin zu lesen und zwischendurch ein Auge auf Nora zu werfen. Doch diese schien völlig weggetreten zu sein.
Als Megan sich schon sehr in ihren Roman vertieft hatte und Nora fast vergaß, klingelte ihr Handy. Schnell ging sie ran, damit der Klingelton Nora nicht weckte. Sie hatte Glück, Nora schlief weiter.
„Reeves.“, meldete sie sich am Handy.
„Megan! Wir haben den Schützen gefunden. Charlies Formel hat funktioniert. Die Party steigt noch heute Abend, weil er wahrscheinlich das Land verlassen will. Wir treffen uns im Büro!“, sagte die andere Stimme an der Leitung, die Megan sofort als die von Don identifizierte.
„Okay, ich bin unterwegs!“, sagte Megan darauf und legte auf. Schnell nahm sie ihre Waffe und rief anschließend in dem Büro von Larry an.
„Megan! Du hast glück, dass du mich hier noch erreichst. Ich wollte grade mein Büro verlassen.“, sagte Larry aus der CalSci, in dem Raum, wo er und Nora vor einigen Stunden miteinander geredet haben.
„Kannst du bitte hier her kommen und auf Nora aufpassen? Sie ist mir hier auf dem Sofa eingeschlafen.“, sagte Megan in einem ziemlich ruhigen leisen Ton.
„Verstehe… Charlie hat sie also wieder sitzen lassen.“, sagte Larry, als er das gehört hatte. Es stimmte ihn traurig, als er begriff, dass Charlie sich durch seine Arbeit von Nora immer weiter trennte. „Ich komme selbstverständlich. Ich bin schon unterwegs!“
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Letzte Änderung: 15.10.09, 17:30:08 von Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #1 am:
01.10.09, 14:05:46 »
ERSTE
Gelesen und ich muss sagen ^^ find ich toll (aber das weißt du ja schon *grins*)
Egal, ich freu mich auf mehr und ich hoffe es kommt bald
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Nora-chan
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Beiträge: 78
Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #2 am:
15.10.09, 16:41:59 »
Hm... nur eine Leserin, die geantwortet hat, aber okay, ich schreibe trotzdem weiter und stelle den nächsten Teil rein!
Viel Spaß damit!
Kap 2
Während Megan ins Büro fuhr, beobachtete Larry die schlafende Nora. Sie tat ihm irgendwie Leid. Doch er wusste auch, was es für Charlie bedeutete Don zu helfen und ein Verbrechen zu klären. Aber genauso bewusst war ihm, wie sehr sich die beiden Menschen lieben. Er erinnerte sich, wie er eine bedeutende Rolle in der Zusammenführung spielte. Charlie und Nora wollten sich von einander trennen, als sie und Michelle kurz davor waren wieder nach Hause, nach Deutschland zu fliegen. Beide waren niedergeschlagen. Er wusste zwar noch immer nicht, wie er es geschafft hatte, aber sie kamen zusammen. Anschließend dauerte es nicht lange und die beiden kauften sich ein Haus, direkt am Strand. Ein hübsches, kleines Häuschen. Nun leben die beiden hier und arbeiten, wie jeder andere Mensch auch. Sie haben sich hier schneller akklimatisiert, als so manch Amerikaner. Doch nun fragte sich Larry, ob Charlie und Nora doch eine gemeinsame Zukunft haben. Eine Zukunft haben sie bestimmt, aber wird es eine Glückliche? Er war auch über den schnellen Entschluss von Charlie überrascht Nora zu heiraten. Es stand außer Frage, dass die beiden sich lieben. Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum sie nicht immer glücklich sein können. Larry merkte bei der Überlegung, dass er da sinnloses Zeug dachte. Wie können zwei Menschen nicht glücklich werden, wenn sie sich aus ganzen Herzen lieben. Er nahm sich vor, nun Charlie bisschen mehr unter die Arme zu greifen. Er braucht unbedingt zwischen durch mal Zeit für Nora und sich. Wenn das so weiter geht, wird die Beziehung der beiden wirklich auseinander brechen. Ein schrecklicher Gedanke…!, dachte Larry und erschauderte leicht.
Megan versuchte Charlie und seinen Ausführungen zu folgen. Don und Charlie sprachen zwar gerade in einer Sprache, die sie kannte. Schließlich ging es darum, den Schützen zu fassen und nicht wie Charlie es herausgefunden hatte, wo er sich befindet. Sie versuchte sich zu konzentrieren, schließlich werden gerade wichtige Informationen an das Team verteilt. Doch immer wieder, wenn sie auf Charlie sah, erinnerte sie sich an Nora. Wie sie heute völlig niedergeschlagen zu ihr gekommen war und sich an ihrer Schulter ausgeweint hatte. Sie konnte es einfach nicht verdrängen. Dazu schwirrten ihr auch die Erinnerungen, wie Nora und Michelle immer wieder ins Büro reingeplatzt kamen und das Team bei der Arbeit gestört haben, durch den Kopf. Wie sehr hatte sie es gehasst, dass die beiden da waren. Mit wem Charlie und Don die Freizeit verbrachten, war ihr eigentlich egal. Und wenn sie ehrlich war, dann mochte sie bei den Kabbeleien zwischen ihnen zuhören. Doch das hatte nun mal nichts im Büro zu suchen.
„Megan! Hast du deine Rolle verstanden?“, fragte sie Don, doch Megan reagierte nicht. Sie war immer noch in der Vergangenheit. „Megan!“, rief Don noch mal schärfer. Megan erwachte aus ihren Träumen und Erinnerungen und sah überrascht zu Don. „Entschuldige bitte, aber ich bin nicht ganz bei der Sache.“, sagte sie und ermahnte sich selber noch mal, dass sie nun aufpassen muss. Sie durfte sich davon nicht ablenken lassen. „Was ist den passiert?“, fragte Don gleich besorgt. „Eine Freundin kam heute zu mir und weinte sich wegen ihrem Freund bei mir aus.“ Sagte Megan die Wahrheit ohne Namen zu nennen. Sie durfte es noch nicht sagen. Wenn Don und Charlie das erfahren ist hier die Hölle los, dachte Megan nur. Sie wird Charlie allein sprechen, wenn die Festnahme vorbei war. „Eine Freundin?“ Fragte Don noch mal nach.
„Ja, eine Freundin. Es traf mich ziemlich. Aber das hat hier jetzt nichts zu suchen. Schnappen wir uns dieses Schwein!“ Sagte Megan, stand auf und steckte ihre Waffe in ihren Holster.
Don nickte nur und so stehen die anderen ebenfalls auf. Sie nahmen ihre Sachen und liefen anschließend zu den Wagen. Charlie blieb zurück. Er sah auf die Uhr. Es war schon fast 11 Uhr abends und er musste morgen früh raus zur Universität. Er hat noch unbedingt die Klausuren berichtigen, die er übermorgen abgeben muss, zusammen mit den Zensuren. Das alles sollte eigentlich bestenfalls morgen fertig sein. Doch ob er das noch schaffte. Er hoffte jedenfalls, dass sein Assistent schon zu mindestens mit der Hälfte der Klausuren fertig war. Dann brauchte er morgen früh nur noch die Noten für knapp 100 Studenten auszustellen. Er seufzte bei dem Gedanken. Er fragte sich, warum immer so viel Arbeit auf einmal kommt und nicht dann wenn er Zeit hatte.
Charlie setzte sich auf einen Stuhl im Büro und seine Gedanken schweiften zu Nora. Er fragte sich, was für einen Termin sie hatte. Wo sie wohl jetzt war und wie es ihr ging? Sein Handy lag schon in seiner Hand. Sollte er sie anrufen? Ihr eine SMS schreiben? Oder sollte er sich doch besser nicht melden. Vielleicht war sie grade dabei einen Artikel zu verfassen oder ging einem neuen Fall nach. Sie hatte auch manchmal einen sehr gefährlichen Beruf, wenn er bedenkt, wie oft sie doch mit Don und den anderen zusammenarbeitet, weil sie an Informationen gekommen war, die Don brauchte. Dabei kam sie öfter mit Verbrechern und Mördern und was nicht für Gesindel in Verbindung. Er erschauderte bei dem Gedanken. Er ließ es lieber. Er würde sich morgen, kurz vor der Vorlesung bei ihr melden. Da war er sich sicher, dass sie grade zur Arbeit ging. Er nickte, mit sich zufrieden.
In Megans Wohnung las Larry ein Buch, um auf andere Gedanken zu kommen. Er merkte schließlich selber, dass er je mehr er über die Situation nachdachte, desto mehr verwirrte er sich selber damit. Also musste er sich auf andere Gedanken bringen. Er hatte es sogar erfolgreich geschafft, bis plötzlich Nora wieder aufwachte. Völlig überrascht sah sie auf Larry. Dieser war aber in dem Buch so vertieft, dass er es nicht merkte. Nora sah sich um, um sicher zu gehen, dass sie immer noch bei Megan war. Doch das war eindeutig Megans Wohnzimmer. Wie kam es, das nun Larry hier war und Megan wie von Erdboden verschwunden? War sie in einem anderen Paralleluniversum gelandet? Nora legte die Decke, mit der sie zugedeckt war weg und stand langsam auf. Dadurch wurde auch Larry endlich auf sie aufmerksam. „Du bist wach?!“ Fragte er und sah nur über den Buchrand hinweg. „Ja. Wo ist Megan?“ Fragte Nora und langsam kamen alle Erinnerungen zurück. Ihr wurde plötzlich mit Schrecken bewusst, dass nun Larry wusste, dass sie nicht mit Charlie essen war. „Charlie hat den Schützen gefunden. Sie sind jetzt dabei ihn festzunehmen.“ Antwortete Larry und ließ sich es nicht anmerken, dass er eins und eins zusammen zählen konnte. „Ach so…“, sagte Nora nur, nahm ihre Sachen und stand auf.
„Wo willst du hin?“ Fragte Larry, als er sah, dass sie deutliche Anstalten machte zu gehen.
„Ich werde nach Hause gehen. Wir sehen uns demnächst bestimmt. Und richte Megan von mir besten Dank aus. Bei Gelegenheit werde ich mich noch persönlich bei ihr bedanken.“ Sagte Nora und verabschiedete sich so bei Larry. Dieser konnte gar nicht so schnell das Buch weglegen und ihr hinter her kommen. Nora war schon weg. Einfach verschwunden. War sie mit Auto da? Hm… komisch, ich dachte, ich hätte hier ihren Wagen nicht gesehen, dachte Larry, als er an der Haustür von Megans Haus stand. Nora war einfach nur davon gelaufen. So schnell sie konnte rannte sie durch die Straßen und achtete dabei auf gar nichts. Ob Passant, Auto oder sonst was ihr im Weg stand. Sie rannte einfach drauf los und verursachte, trotz des weniger werdenden Verkehrs fast eine Massenkarambolage. Aber das Hupen der wütenden Fahrer hörte sie nicht. Sie rannte einfach weiter und kam schließlich an den Strand. Eigentlich bräuchte sie nur dem Strand zu folgen und dann würde sie irgendwann zu Hause sein. Doch was sollte sie zu Hause machen. Sie atmete noch mal durch. Eigentlich müsste sie sich auf die Suche nach Don machen und einen Bericht über die Festnahme des Schützen verfassen. Den Namen hatte sie auch nicht. Sie seufzte schwer. Du hättest nicht einfach so von Larry davon laufen sollen. Er könnte Informationen haben, dachte sie und fragte sich, wie sie an die Location ran kam, wo die Party stattfand. Frust konnte man sowie so am Besten mit viel Arbeit bewältigen. Und genau das hatte sie vor.
Schnell holte sie ihr Handy heraus und machte kehrt zurück auf die Straße. Sie rief während dessen Ian an. Er war ebenfalls an dem Fall beteiligt. Da er so was, wie ihr bester Freund geworden war, konnte sie ihm vertrauen.
„Edgerton.“ Kam seine Stimme an der anderen Leitung zu Wort. Sie hörte im Hintergrund, dass er mit dem Wagen auf Sirene und dann wahrscheinlich auch mit Blaulicht unterwegs war. „Ian! Wo bist und wo willst du hin?“ Fragte Nora gleich direkt heraus. „Wir waren eben beim Schützen, in seiner kleinen Unterkunft. Leider haben wir uns mit der Zeit bisschen verschätzt. Er ist wahrscheinlich schon auf dem Flughafen. Wir fahren gerade hin.“ Sagte ihr Ian sofort direkt. Er wusste, dass er ihr vertrauen konnte. Sie haben sich schließlich so kennen gelernt, dass er ihr kleiner Spion beim FBI war. Schließlich hatte er ihr das Schießen gelehrt. Und sie haben hier und da mal die Freizeit zusammen verbracht, wenn Charlie mal wieder an Formeln rechnete. „Du hast doch bestimmt ein Foto von ihm auf deinem Handy. Schick mir das!“ Sagte Nora und hatte sich ein Taxi angehalten und stieg ein. „Wohin M´am?“ Fragte der Taxifahrer. „Augenblick“, sagte Ian und suchte das Bild auf dem Handy. Nora hielt das Handy weit weg von sich und sagte zu dem Taxifahrer: „LAX. Bitte. Es ist dringend.“ Anschließend gab sie dem Taxifahrer 50 Dollar vorab. Der Taxifahrer verstand sofort was das bedeutete und gab Vollgas Richtung Flughafen. Unterwegs bekam sie das Bild von dem Schützen. Ein Mann Mitte vierzig zeigte das Bild. „Was muss ich über ihn wissen?“ Fragte Nora dann weiter Ian. „Wie vermutet ist er ein Auftragskiller. Doch damit das nicht so aussieht hat er gleich noch mehrere andere Passanten erschossen. Charlie hat auch schon herausgefunden, auf wen er es wirklich abgesehen hatte. Doch wir haben noch nicht den Auftraggeber. Den könnte uns der Killer eventuell verraten. Mehr haben wir noch nicht. Ich weiß nicht, ob das für eine Story reicht. Warte einfach bis wir ihn haben, “ sagte Ian zu ihr und bog scharf in eine andere Straße, damit er weiterhin dicht hinter Dons Wagen blieb. „Ich schreibe die Story nicht. Ich bin näher am LAX. Ich werde versuchen ihn zurückzuhalten, bis ihr da seid. Er entkommt sonst. Wenn er wirklich ins Ausland will, dann muss er einen Flieger vor 23:30 Uhr nehmen, weil danach nur noch Inlandsflüge von hier aus starten. Das ist in 20 Minuten.“ Sagte Nora und war dann auch schon am LAX angekommen. Sie bezahlte dem Fahrer noch mal 30 Dollar. Der junge Mann freute sich riesig über die Kohle. Mit dem Handy am Ohr stürmte sie ins Innere des Flughafens.
„Nora!! Bist du verrückt! Bleib weg von dem! Das ist nicht deine Liga! Wir übernehmen das schon. Wir werden rechtzeitig da sein!“ Sagte er und schrie in das Handy. Von weiten sah er das LAX schon und machte sich dabei ernsthafte Sorgen um Nora. „Du hast mir das Schießen beigebracht. Ich hab meine Waffe dabei. Ich werde kein unnötiges Risiko eingehen. Ich will ihn nur so lange aufhalten, dass ihr ihn schnappen könnt. Vertrau mir!“ Sagte Nora mit einem Lächeln im Gesicht. Legte auf und schaltete das Handy vollkommen aus. Wütend und voller Sorge um Nora schmiss Ian sein Handy auf den Wagenboden. Das kann doch nicht wahr sein! dachte Ian und biss sich in den Zeigefinger der rechten Hand. Mit der linken hielt er das Lenkrad des Wagens fest umklammert. Er rang mich sich selber, ob er Don davon etwas sagen sollte. Wieso musste er auch unbedingt ihr das Bild senden. Sie hatte alles um eingreifen zu können. Doch sie hatte nicht die Ausbildung dafür. Er riss sich die Hand aus seinem Mund schlug aufs Armaturenbrett. Schließlich nahm er das Funkgerät in die Hand. „Eppes! Hier ist Edgerton. Melde dich!“ Sagte er durch. Don fuhr den anderen voraus und hörte den Funkspruch nicht. Erst Megan machte ihn darauf aufmerksam, die neben ihm saß. Er nahm das Funkgerät in die Hand und meldete sich schließlich: „Hier Eppes! Was gibst?“ „Don! Ich hab Scheiße gebaut…“ Megan und Don sahen sich an und dann sah Don in den Rückspiegel. Doch direkt hinter ihm war Ian immer noch und dahinter war auch Colby mit David. Er vermochte kaum zu fragen, was passiert war.
Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei meiner Beta-Leserin!!
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miha16
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #3 am:
17.10.09, 11:29:14 »
Ich bin zwar nicht die Beta-Leserin aber ich finds klasse ^^
und auch wenn ich nur die einzige bin, die anscheinden Interesse zeigt an deiner FF ... schreib weiter bitte ^^
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Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
«
Antwort #4 am:
19.11.09, 16:50:46 »
Nach langer Zeit wieder da! Scheint ja nicht ganz den Geschmack des Forums gefunden zu haben. Aber für miha16 schreib ich weiter!^^
Viel Spaß^^
Kap 3
An einen der vielen Informationspunkten des großen Flughafens von Los Angeles informierte sich Nora, an welchen Gates die letzten Auslandsflüge gingen. Dabei imitierte sie eine hysterische Frau, die ihren Freund betrogen hatte, der nun ins Ausland vor ihr fliehen will. Schnell wurde ihr geholfen und bekam alle Informationen. „Wenn Sie mir den Namen ihres Freundes nennen, dann kann ich ihnen sogar genau das Gate nennen.“ Sagte die freundliche Frau am Informationsstand. Schnell versuchte sich Nora an den Namen des Typen zu erinnern, der unter dem Bild von Ian stand. „Er heißt Bill! Bill Chester!“ Schrie Nora weiter und wirkte völlig nervös und verängstigt, als ob sie ihren Freund verlieren würde. Dabei hatte sie gerade nicht wirklich Probleme, wenn sie an Charlie dachte. Eine gewisse Angst, besonders jetzt wo sie sich entschieden haben, einen so großen Schritt zu unternehmen. Aber sie hoffte trotzdem, dass es nur eine Phase vor der Hochzeit war, die die meisten Verlobten haben. Die Frau tippte den Namen in ihren Computer und checkte die Teilnehmerlisten. Schnell wurde sie fündig und wandte sich wieder Nora zu: „Ihr Freund ist am Gate 18. Sie haben Glück. Die Maschine hat Verspätung. Der Flug wurde vorerst um eine halbe Stunde verschoben. Er dürfte noch im Wartebereich sein. Ich werde die Handgepäckkontrolle anrufen, dass sie Sie ohne Ticket durchlassen sollen.“ sagte die Frau und hatte schon den Hörer in der Hand. Nora bedankte sich kurz und rannte schon Richtung Gate 18. Als sie es endlich gefunden hatte, sagte sie ihren Namen und die Kontrolleure nickten sie durch. Dennoch musste sie durch die gängigen Kontrollen. Doch man hatte glücklicher-weise nichts gefunden, da keiner an den Monitoren saß, als ihre Tasche durch Gepäckröntgenscanner lief. Schnell rannte sie dann weiter zum in den Warteraum. Schließlich angekommen, beruhigte sie ihren Herzschlag, der nicht nur wegen der Rennerei so schnell schlug. Vorsichtig sah sie sich um. Niemand der Kontrolleure war ihr nachgekommen und jetzt konnte sie sich wie eine normale Passagierin benehmen. Sie schlenderte umher und beobachtete die Menschen.
Nach gut 10 Minuten wurde sie schon fast wahnsinnig, weil sie den Typen nicht finden konnte. Doch als sie schon aufgeben wollte, entdeckte sie ihn schließlich. Er saß gar nicht brav auf seinem Hintern und wartete, sondern lief wie sie, aufgeregt hin und her. Sie konnte sich schon denken, dass er ziemlich nervös war. Schließlich war das FBI hinter ihm her und er wollte so schnell wie möglich weg von hier. Da fand sie eine Möglichkeit ihn lange bei Laune zu halten, damit er nicht auf die Idee kommt, dass Land anderweitig zu verlassen. Sie ging unauffällig auf ihn zu und gesellte sich zu ihm. Schließlich war er nur ein Auftragskiller und kein Psychopath, der wahllos Menschen umbringt. „Unglaublich, dass das Flugzeug Verspätung hat, finden Sie nicht?“ Fragte Nora beiläufig, als ob sie jemanden zum Reden suchte und fand. „Allerdings. Man kann sich auch auf nichts verlassen. Dabei habe ich wichtige Termine in Deutschland, die keine Aufschiebung dulden, “ sagte Chester. Erst jetzt bemerkte Nora, dass dieses Flugzeug nach Deutschland flog. Dabei kam ein Anflug von Heimweh hoch. Die Nähe von ihrer Mutter, die ihr sicherlich in der schwierigen Lage helfen würde. Die Stärke ihres Vaters, der sie immer beschützen würde. Hier hatte sie keine Familie, nicht einmal im entferntesten Sinne. Sie war zwar dabei ihre eigene zu gründen, doch wenn sie grade mit diesem Menschen eine Disharmonie führte, konnte es nicht gut gehen. „Haben Sie in Deutschland Familie?“ Fragte sie ihren Gesprächspartner. „Nein. Das ist eine rein geschäftliche Reise. Und wie sieht es mit Ihnen aus?“ Fragte er, der jedoch deutlich am Tonfall zeigte, dass er eigentlich kein Interesse hatte. „Ja. Dort lebt meine gesamte Familie, “ sagte sie bisschen traurig. Bill Chester bemerkte die traurige Stimme und sah sie zum ersten Mal richtig an. „Und wieso haben Sie sich entschieden, hier zu leben? Jobangebot erhalten?“ Fragte er nach, doch hatte jetzt einen sehr freundlichen Ton in der Stimme. Es hatte sogar einen Anflug von Trost. „Ich habe jemanden im Urlaub hier kennen gelernt und mich entschieden bei ihm zu bleiben, “ sagte sie und spielte mit dem Verlobungsring. Der kleine Diamant brach dabei das Licht von der Decke und ließ einige Lichtpunkte auf ihrem Gesicht tanzen.
„Empfinden Sie es jetzt als Fehler und wollen mir nichts dir nichts einfach wieder zurück nach Deutschland fliegen? Sie sollten nicht so Impulsiv reagieren, sondern sich noch mal hinsetzen und nachdenken. Wenn Sie ihren Verlobten wirklich lieben sollten, dann geb ich Ihnen den Rat, ihm zu verzeihen. Denn ohne Liebe ist das Leben nur eine Hülle, “ wurde Chester plötzlich selber etwas traurig. Nora sah ihn überrascht an. Konnte es wirklich sein, dass er ihr gerade damit gestanden hatte, dass er ebenfalls einen ähnlichen Fehler begangen hatte. Sie war sich total unsicher. Sie wusste nicht, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte. Neben mir sitzt ein Mörder. Neben mir sitzt ein Mörder. Neben mir sitzt ein Mörder! Dachte sie und versuchte dadurch ihre Selbstkontrolle wieder zu erlangen. Doch es war zu spät. Sie hatte ein gewisses Vertrauen schon zu diesem Menschen aufgebaut. Jetzt konnte sie nur noch hoffen, dass es auf Gegenseitigkeit beruhte. „Was war bei Ihnen? Haben Sie ihre Liebe durch eine unüberlegte Entscheidung verloren?“ Fragte Nora. Sie wollte diese Frage eigentlich nicht stellen. Doch ihre Neugier konnte die Wörter nicht mehr im Zaume halten. Dafür würde sie sich am Liebsten selber schlagen, aber das war jetzt ein ungünstiger Zeitpunkt. „Ja. Ich habe vorschnell gehandelt und nun habe ich seit fast 20 Jahren meine Familie nicht mehr gesehen. Ich bereue es jeden Tag aufs Neue, wenn ich einsam in meinem Bett aufwache und kein Geschrei der Kinder durch das Haus hallen,“ antwortete Bill Chester. Nora sah deutlich eine Veränderung in ihm, als ob er jede Minute zusammenbrechen würde. Sie hatte Mitleid mit dem Mann. Sie konnte kaum fassen, wie schmerzhaft so was für einen Menschen war. Langsam verstand sie dadurch auch, warum sie Charlie verzeihen sollte. Ein Lächeln huschte ihr übers Gesicht, als sie an Charlie dachte. „Wie ich sehe, haben Sie mich verstanden, “ sagte Chester und lächelte sie ebenfalls an. „Ja. Ich verstehe Sie. Danke.“ Sagte Nora und fühlte sich ziemlich wohl. Sie malte sich sogar schon den nächsten Tag aus, wie sie zu Charlie ging. Der Fall war ja jetzt abgeschlossen. Charlies Dienste waren damit erledigt, zu mindestens gegenüber dem FBI. Plötzlich erschreckte sie innerlich. Nein, er war noch nicht abgeschlossen. Erst musste Don und sein Team den Mann, der ihr gerade so vorzugsweise geholfen hatte, verhaften. Ein Gedanke, mit dem sie sich anfing zu streiten. Sie wusste, dass sie sich mit einem Mörder unterhielt. Aber dieser Mörder war ihr ein so sympathischer Mensch, dass sie das Gefühl hatte, eine Verwechslung müsste vorliegen. Dieser Mann, der seine Familie liebte und verlor, konnte doch nicht ernsthaft ein Mörder von mehreren Menschen sein.
Dann passierte es. Don, sein Team und weitere FBI-Agents waren in den Warteraum gestürmt. Bill Chester reagierte sofort darauf. Er stand auf, hievte Nora ebenfalls hoch und platzierte sie vor sich, als lebendigen Schutzschild. „Lass Sie sofort los, Chester! Du hast keine Chance zu entkommen!“ Rief Don ihm zu. Nora wusste in dem Moment nicht, ob sie mehr Angst vor Chester oder Don haben sollte. Man sah deutlich, dass er wütend war und sie konnte sich gut denken, warum. Plötzlich holte Chester seine Waffe hervor und hielt ihr den Lauf an die Schläfe. Ihr Körper begann zu zittern. In so einer Situation war sie noch nicht gewesen. Selber an ihre Waffe kam sie unbemerkt nicht ran. Aber um überhaupt so weit zu denken, war ihr in dem Schockmoment nicht gewährt. „Denken Sie immer noch, dass ich hier nicht raus komme?“ Fragte Chester und grinste Don freudig an. Sein gesamtes Wesen hatte sich verändert. Doch Nora konnte einfach nicht glauben, dass der Mann eben, denn sie kennen gelernte, nur gespielt war. Nein, sie war sich sicher, dass er jetzt eine Rolle spielte. „Chester… Bitte… So erlangen Sie ihre Frau doch auch nicht wieder zurück!“ Redete Nora nun auf ihn ein. „Ich werde meine Familie nie wieder sehen!“, flüsterte er ihr scharf ins Ohr. „Und wissen Sie auch warum? Weil ich einen Fehler gemacht habe! Ich habe impulsiv reagiert und habe meine Frau und meine beiden Kinder erschossen! Es waren Zwillinge, noch nicht mal 1 Jahr alt! Danach konnte ich keinen anderen Beruf wählen, außer Auftragskiller.“ Als Nora das hörte brach sie nun vollkommen in Tränen aus. Einerseits machte er ihr damit wahnsinnige Angst, anderseits war sie traurig, dass er durch so einen Fehler gezwungen wurde aus sich etwas Schlechtes zu machen. Er war kein schlechter Mensch, dass wusste sie jetzt. Aber genauso wenig hatte er es verdient, weiterhin auf freiem Fuß gelassen zu werden. Fast im selben Moment hörte sie ein lautes Knallen. Nur Millisekunden verstrichen, als anschließend ihr Gesicht mit Unmengen von Blutspritzern übersät war. Der Lauf der Waffe war nicht mehr an ihrem Kopf, sondern fiel wie in Zeitlupe aus der Hand und anschließend zu Boden. Der Arm, der sie eben so fest umklammerte erschlaffte und schließlich brach der tote Körper von Bill Chester, der ein Projektil genau zwischen die Augen getroffen hatte, zusammen.
Vorsichtig gleitete Nora selber zu Boden. Dann sah sie nach oben, zum Übergang für das Personal, um schnell die Gates zuwechseln. Dort oben stand Ian mit seiner Scharfschützenwaffe und sah sie an. Er wusste, dass es besser gewesen wäre noch etwas zu warten, doch das konnte er nicht. Er konnte nicht riskieren eine so gute Freundin zu verlieren, durch seine eigene Dummheit, ihr die ganzen Informationen zuliefern. Dennoch fühlte er sich schuldig, in jeglicher Hinsicht und ging deswegen von der Balustrade weg. Don und Megan waren schon bei Nora, die weiterhin zu Ian hinauf sah, obwohl sie ihn nicht mehr erblickte. Sie war hin und her gerissen. Sollte sie Ian danken, dass er ihr das Leben gerettet hatte, oder sollte sie ihm böse sein. Nein, dachte sie. Vielleicht hatte der Mann den Tod nicht verdient, aber vielleicht hatte Chester jetzt die Gelegenheit seine Frau und Kinder um Verzeihung zu bitten. Ein Leben im Gefängnis würde ihm wahrscheinlich nicht viel bringen. Seine Taten hatte er schon bereut und eine Todesstrafe hätte er wahrscheinlich auch bekommen. Es war wohl besser so, redete sich Nora ein. Um sie herum wurde zwar auch auf sie eingeredet, doch sie hörte diese Stimmen nicht. Plötzlich wurde sie von Don und Megan auf sie Beine gestellt. Ihre Knie zitterten immer noch, doch einen Blick auf den leblosen Körper von Chester musste sie werfen. Sie drehte ihren Kopf um und sah zunächst seine weit geöffneten Augen, die Blutlache am Hinterkopf und die weit voneinander ausgestreckten Extremitäten.
Draußen vor dem Flughafeneingang stand schon der Krankenwagen bereit. Nora wurde in eine Decke gehüllt und erst mal hingesetzt. Der Arzt untersuchte ihren Blutdruck und Reaktionen. Dann holte er eine Ampulle und eine Spritze hervor. „Was wollen Sie mir geben?“ Fragte Nora den Arzt. Ihre ersten Worte nach dem Erlebnis. „Beruhigungsmittel. Das wird Ihnen helfen, “ sagte der Arzt. „Nein. Danke. Ich brauche kein Beruhigungsmittel, “ sagte sie und meinte, damit wäre die Sache erledigt. Sie sah wie Don und Ian sich unterhielten. Beide warfen plötzlich Blicke zu ihr. Wie sehr wüsste sie jetzt worüber sie sprechen. „Entschuldigen Sie, aber ihr Blutdruck sagt etwas anderes. Sie brechen gleich zusammen, “ sagte der Arzt und hatte schon eine abgemessene Menge an dem Beruhigungsmittel vorbereitet. Nora legte sich ihre flache Hand aufs Herz und spürte in dem Moment selber, wie schnell doch ihr Herz schlug. Sie konnte sich nicht erinnern, jemals einen so schnellen Herzschlag an sich selber gespürt zu haben. Der Arzt bereitete alles vor und injizierte ihr die klare Flüssigkeit. Kurz darauf bekam sie von Megan Tee aus der Thermoskanne. „Wie fühlst du dich?“ Fragte Megan Nora als sie das angenehm warme Getränk trank. „Wenn ich ehrlich bin, sehr verwirrt, “ antwortete Nora.
Megan nickte. „Wir fahren dich ins Krankenhaus. Bleib dort die Nacht. Glaub mir, morgen wird dann die Welt zu mindestens ein bisschen besser aussehen.“ Nora nickte. Sie gab den Deckel von der Thermoskanne, aus der sie getrunken hatte, an Megan zurück und stieg mit Hilfe der Sanitäter ganz in den Wagen. Langsam fuhr der Wagen an und nahm den direkten Kurs ins Krankenhaus. „Wie geht es ihr?“, fragte Ian Megan, die noch der Ambulanz hinterher sahen.
„Sie ist angeschlagen. Aber das legt sich. Diese Frau kann man so schnell nicht unterkriegen, “ antwortete Megan. Da kam endlich ein Lächeln auf Dons Lippen. „Das stimmt. Sie schafft das schon. Und mach du dir keinen Kopf. Nora ist in der Lage aus uns allen die nötigen Informationen auszusaugen. Es war nicht deine Schuld.“ Sagte Don anschließend noch zu Ian. „Soll ich es Charlie sagen?“, fragte Ian darauf nur. Er wusste, egal, was Don sagt, dass es seine Schuld war. Er hatte schließlich die Wahl, es ihr zu sagen oder nicht. Er hatte sich für das falsche entschieden. Damit musste er leben. „Nein. Ruh dich ruhig aus. Ich mach das schon. Ich weiß ja, dass du und Nora sehr gut befreundet seid. Es war auch nicht einfach für dich.“ Antwortete darauf Don und legte ihm die Hand auf die Schulter. Wobei er selber noch nicht so genau wusste, wie er es Charlie beibringen sollte. Aber irgendwann musste es passieren. Er hatte es schon geahnt, genauso wie damals bei Charlie. Er brachte durch seine Arbeit seine Freunde und Familie in Gefahr. Er war nur heilfroh, dass Michelle heute nicht arbeitete. Sie musste glücklicherweise für eine Klausur lernen. Eine, wie er richtig verstanden hatte, sehr wichtige. Nach einem unmerklichen Seufzer fuhr er zusammen mit Megan zurück zum Büro, wo Charlie noch auf ihn wartete.
Wieder ein sehr sehr herzliches Dankeschön an meine Beta-Leserin!!^^
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #5 am:
19.11.09, 19:53:03 »
Na ja, das liegt vielleicht daran, dass allgemein im Forum kaum noch was los ist.
Ich finde die Story gar nicht schlecht. Gut und präzise beschrieben
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Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #6 am:
25.11.09, 12:29:01 »
Danke für dein FB!!!
Ich hab schon alle Hoffnung verloren!^^
Es freut mich auch, dass es dir gefällt!^^
Schade, dass so wenig los ist... wobei, ich finde eigentlich, reicht es für mich aus... wenn man nur bisschen mehr lesen könnte^^
Aber ich will niemanden einen vorwurf machen... ich hab selber im Moment keine Zeit, weder zum Lesen noch zum Schreiben...
Leider, aber die Schule geht nun mal vor.... *seufz*
Aber danke noch mal!!!
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miha16
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #7 am:
28.11.09, 14:52:12 »
Hey ich find die Story auch toll aber das weißt du ja schon
Zeit hab ich auch nicht, deswegen hab ich auch nichts mehr geschrieben aber ich hab immer fleißig gelesen und freue mich auf mehr ^^
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Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #8 am:
04.01.10, 03:09:36 »
Ja, es hat etwas gedauert, für alle die, die Lesen, aber ich habe nun endlich das 4te Kapitel für euch!
HF
Kap 4
Als Don sein Büro betreten hatte, hoffte er irgendwie, dass Charlie nicht mehr da war. Doch er wurde enttäuscht. Charlie saß über seinen Schreibtisch gebeugt und korrigierte scheinbar noch anfallende Klausuren. Eine Weile beobachtete Don seinen kleinen Bruder nur. Dabei war er die ganze Zeit am Überlegen, wie er es Charlie nun beibringen sollte. Es war zwar nichts passiert, doch Nora stand unter Schock und lag im Krankenhaus. Seine Hände zitterten vor Nervosität. Wobei jegliches Überlegen er sich sparen konnte. Wie er sich den Satz zu Recht legte, es war alles andere als passend. Er fuhr sich quer übers Gesicht und versuchte sich selber Mut zu zusprechen. Er musste es schließlich Charlie sagen. Es war seine Pflicht, nicht nur weil er sein Bruder war. „Hey Charlie… Was machst du da?“ Fragte Don um erst Mal sich selber zu beruhigen.
„Ich korrigiere einige Klausuren. Ich kann dir jetzt schon sagen, dass Michelle bestanden hat!“ Sagte Charlie und sah schließlich mit einem Lächeln hoch. Doch als er Dons Gesichtsausdruck sah, wusste er, dass was Schlimmes passiert war. Sein Lächeln verschwand, wie ausradiert.
„Was ist passiert?“ Fragte er und legte den roten Stift beiseite und stand auf. Don war nicht in der Lage seinem Bruder in die Augen zu sehen. Deswegen betrachtete er die Klausuren, auch wenn er nichts davon verstand. „Nora ist im Krankenhaus“, sagte Don fast in einem Atemzug, um es so schnell wie möglich hinter sich zu haben. Charlie sah ihn im ersten Moment nur völlig entsetzt an. Er glaubte sich verhört zu haben. Aber er fragte nicht nach, weil diese Worte immer wieder in seinem Gehirn widerhallten. Es war wie ein Echo in einer schön akustischen Kirche.
„Was hat sie?“ Fragte Charlie schließlich, als er sich halbwegs gefunden hatte. „Nichts. Sie steht nur etwas unter Schock. Sie wird wahrscheinlich nur diese Nacht im Krankenhaus verbringen und morgen wieder hier herumwieseln“, sagte Don. Jetzt fiel ihm das etwas leichter. Das erste Eis war gebrochen und Charlie hatte es besser aufgenommen, als Don befürchtete. „Wie ist das passiert?“ Fragte Charlie immer noch. Doch seine Gedanken waren die ganze Zeit bei Nora. Er glaubte, sein Kopf zerspringt gleich.
„Nora war an Informationen gekommen, wo wir unseren Schützen festnehmen wollten und war uns zuvor gekommen. Ich weiß nicht, wie viel früher sie da war, aber als wir angekommen sind, drohte er ihr. Schließlich hat Ian ihn erschossen. Leider war Nora in seiner unmittelbaren Nähe. Es tut mir Leid, Charlie, aber wir konnten nicht länger warten. Ihr Leben stand auf dem Spiel“, erklärte Don und bemerkte die aufkommenden Tränen in Charlies Augen. Dieser versuchte krampfhaft die Tränen zurück zuhalten. Aber Don hatte sie schon bemerkt. Sofort reagierte Don darauf und nahm Charlie in die Arme. „Es ist alles meine Schuld…“, sagte Charlie schließlich.
„Du kannst da auch nichts für, Charlie. Nora ist nun mal ein Genie in Informationen beschaffen, auf die eine oder andere Weise“, sagte Don so beruhigend wie möglich. „Nein…“, sagte Charlie und löste sich aus der Umarmung. Er wischte sich über das Gesicht, um nicht so verheult vor seinem Bruder zu stehen. „Ich war eigentlich mit Nora heute verabredet Essen zu gehen. Doch ich hab den Fehler gefunden und war so in der Mathematik vertieft, dass ich es vergessen habe. Als Nora dann zu mir kam, meinte sie sie würde unsere Verabredung abblasen. Ich fühlte mich dabei von Anfang an komisch. Sie hat mich wohl belogen und ging einfach arbeiten. Dabei muss sie wohl irgendwie an die Information gekommen sein. Doch das wäre niemals passiert, wenn ich mit ihr Essen gegangen wäre“, sagte Charlie und schlug sogar mit der Faust gegen den Schreibtisch.
Don dachte über das Gesagte nach und entschied sich, Charlie nicht zu erzählen, wie Nora an die Informationen gekommen war. Wenn sie wirklich davon gelaufen war und sich in der Arbeit ablenken wollte, konnte er sie irgendwie verstehen. Er selber war da nicht anders. Wenn es private Probleme gab, überschlug er sich selbst mit zu viel Arbeit um sich abzulenken. Doch Nora hatte deutlich die falsche Richtung ihrer Arbeit gewählt. Auch wenn sich Don sicher war, dass Nora nicht mehr an die Sache mit Charlie dachte. Aber so konnte sie auch nicht weiter machen. Es schadet ihrer Gesundheit mehr, als es ihr vielleicht bewusst war. „Es bringt nichts, sich selbst die Schuld zu zuschreiben. Du kennst Nora doch. Sie und Michelle waren schon mehrere Male in brenzligen Situationen und haben es erfolgreich geschafft. Die beiden ziehen den Ärger irgendwie magisch an“, sagte Don und versuchte die Unterhaltung lockerer zu gestalten. Charlie wirkte aber alles andere als locker. Er machte auf Don einen verloren und verwirrten Eindruck. Wie ein kleines Kind, das man in einem riesigen Einkaufszentrum absichtlich vergessen hatte. „Hör mal, Charlie. Wie wärs, wenn du deinen Assistenten morgen vorschickst und selber Nora vom Krankenhaus abholst. Sie freut sich sicherlich darüber!“ Schlug Don vor und versuchte weiter locker zu wirken. „Komm. Ich fahr dich nach Hause. Schlaf dich aus. Den Schlaf brauchst du.“, fügte er anschließend etwas ernster hinzu.
Charlie nickte nur und folgte Don hinaus aus dem Büro. Während der Fahrt erzählte Don Charlie alles genau, was passiert war. Charlie sagte kein einziges Wort und starrte hinaus. Er wirkte, als ob er Don nicht zuhören würde. Und ehrlich gesagt nahm er nur einige Wortfetzen auf. Seine Gedanken waren immer noch bei Nora. Welcher Teufel hatte sie geritten, auf eigene Faust zu handeln? Warum hatte sie ihn belogen? Warum hatte er es vorher nicht bemerkt, dass sie gelogen hatte? Schließlich seufzte Charlie und vergrub sein Kopf in den Händen. Er würde am Liebsten zu ihr ins Krankenhaus fahren oder noch besser, die Zeit zurück drehen. Einfach verhindern, dass sie sich in Gefahr bringt. Er hoffte, dass Nora es ihm verzeiht. Don fühlte sich jedoch recht wohl. Er redete sich um Kopf und Kragen, doch er fühlte sich besser, wenn er was sagte, sei es noch so unwichtig. Schweigen gehörte auch zu seinen Spezialitäten, aber wenn er die Möglichkeit hatte, etwas zu erzählen um auf das Wesentliche abzulenken, dann war das auch in Ordnung.
Schließlich waren sie vor Charlies Haus angekommen. Don hielt an und verfiel endlich in Schweigen. Er sah seinen Bruder an und wartete darauf, dass Charlie etwas sagte, auch wenn es nur ein knappes „Gute Nacht“ war. Es würde ihm reichen. Doch Charlie schien so sehr in seiner Welt zu sein, dass er noch nicht mal registrierte, dass er schon zu Hause war. Er machte keinerlei Bewegung, die andeutete, dass er den Wagen verlassen will. „Charlie? Alles in Ordnung? Wir sind da“, sagte nun Don um ihn irgendwie in diese Welt wieder zu holen. Charlie erwachte und sah sofort zu Don. Er war so sehr in Gedanken, dass er gar nicht merkte, dass Don schon angehalten hatte. „Ja. Entschuldige. Ich bin noch etwas wegen Nora geschockt“, sagte Charlie und machte die Tür vom Wagen auf. „Okay. Soll ich vielleicht diese Nacht hier bleiben?“ Fragte Don, der sich im Moment sogar größere Sorgen um Charlie machte, als um Nora. Aber er war nun mal in dem Vorteil Nora heute Nacht gesehen zu haben. Er hatte den Krankenwagen gerufen und dafür gesorgt, dass sie im Krankenhaus gut umsorgt wird. Charlie jedoch wusste nichts, außer von seinen Erzählungen, denen Charlie sowie so nicht gefolgt war. „Es ist mir egal. Dad würde sich sicher freuen“, sagte Charlie nur und stieg aus dem Wagen aus. Don wusste, was seine Antwort bedeutete. Es war seine Art ihm zu sagen, dass er ihn da drin gleich brauchen wird. Es hätte Don von Anfang an klar sein sollen. Sein Vater würde sogar mit blinden Augen erkennen, dass es Charlie nicht gut ging. Jedoch hätte Charlie es ihm nicht sagen können. Wie könnte er auch? Er hörte ja nicht zu und war selber ziemlich unter Schock.
So stieg auch Don aus seinem Wagen aus und verriegelte das Auto. Nun folgte er Charlie ins Haus hinein. Charlie sagte nichts, als er eintrat. Es lag also an Don etwas ins Haus hinein zu schreien. „Dad! Wir sind da!“ Sagte Don und sah schon aus dem Wohnzimmer seinen Vater auf ihn zukommen. Alan war müde, weil er diese Zeit normalerweise mit Schlaf verbrachte. Doch wenn seine Jungs irgendwo unterwegs sind, machte er sich immer Sorgen. Mittlerweile kann er gut damit leben, aber die Sorge blieb. Seine Gesichtszüge änderten sich von müde zu entsetzlich. Charlie sah aus, als ob jemand gestorben sei und Don wirkte sehr angeschlagen, als ob er jemanden erschießen musste. In Alan qualmte zunächst Wut auf. So wie es aussah, hatte Don Charlie irgendwo mitgenommen, wo er dann gezwungen wurde jemanden vor Charlies Augen zu erschießen. Wenn es dem wirklich so war, dann wusste er selber noch nicht, wie er darauf reagieren soll. „Was ist passiert?!“ Fragte er erst Mal, auch voller Hoffnung, dass er sich irrte.
Charlie hing seine Jacke auf die Garderobe und verschwand sofort in die Küche, ohne ein Wort zu sagen. Don seufzte und tat es ihm mit der Jacke nach. Dann stand er vor seinem Vater. Jetzt musste er auch noch alles wiederholen. Als ob es nicht schlimm genug wäre. „Nora liegt im Krankenhaus“, kam Don schließlich mit der Sprache raus. Alan sah ihn noch entsetzter an, als zuvor. „Wie konnte das passieren?“ Fragte Alan weiter. Er konnte nicht fassen, dass eine seiner zukünftigen Schwiegertöchter im Krankenhaus lag. Jetzt verstand er zu mindestens das Gesicht von Charlie. „Ihr geht’s gut“, sagte Don und legte auch seinem Vater die Hand auf die Schulter. „Sie steht nur unter Schock. Unser Schütze hatte sie bedroht und wir waren gezwungen ihn zu töten.“ Alan sah seinen Sohn mit großen Augen an. Dann nickte er. „Verstehe…“ Mit einer Handgeste bat er ihn ins Wohnzimmer. Don nahm sie an und machte es sich auf dem Sofa bequem. Er reckte sich etwas und schon wieder waren seine Gedanken bei Nora. Da wurde es ihm klar. Wie konnte er nur bei dem Ganzen seine eigene Verlobte nur vergessen. Sie saß wahrscheinlich zu Hause und wartet darauf, dass Nora nach Hause kommt. Er nahm sein Handy aus der Hosentasche und wählte durch den Kurzwahlspeicher Michelle an. „Ja?“ Meldete sich ihre müde klingende Stimme am anderen Ende der Leitung. „Michelle… Ich bin´s Don…“, sagte darauf Don und wartete darauf, dass Michelle wieder sprach. „Hi! Habt ihr den Schützen festnehmen können?“ Fragte gleich Michelle, die natürlich über alles Bestens Bescheid wusste. „Nein. Nicht direkt. Wir waren gezwungen ihn zu erschießen“, antwortete Don. Er fühlte sich besser, wenn Michelle sich alles erfragen würde. „Oh…“, sagte Michelle und machte eine lange Pause. Sie fragte sich, ob sie diese Frage stellen sollte. Schließlich aber konnte sie es nicht zurückhalten und wie von selbst, sprach ihr Mund: „Hast du ihn erschießen müssen?“ „Nein. Ian tat es. Er konnte nicht warten“, sagte Don und wusste, dass er mit der Sprache raus rücken sollte. Michelle war währenddessen erleichtert, dass nicht Don der Schütze war. Aber sie hätte auch nicht ahnen können, dass Don einen ganz anderen Grund hatte, sie anzurufen. „Michelle, leg dich schlafen und warte nicht länger auf Nora“, sagte er schließlich. In dem Moment war sein Vater in den Raum getreten. Er wusste sofort, worum es ging. Sein Gesicht wurde noch trauriger. Er stellte seinem Sohn die Bierflasche vor ihm hin. Mit einem Nicken bedankte sich Don. Alan nahm das Nicken an und machte kehrt zu seinem anderen Sohn. „Was ist mit Nora?“ Fragte dann plötzlich Michelle mit sorgenvoller Stimme. „Sie steht unter Schock, weil sie von unserem Schützen bedroht wurde und sie genau neben ihn stand, als Ian ihn erschießen musste“, sagte Don schließlich. Dabei versuchte er in die Küche zu schielen, ob er vielleicht Charlie und seinen Vater sehen konnte. Charlie saß am Küchentisch und trank Kaffee. Alan stand daneben und versuchte mit ihm zu reden. Don seufzte und wandte sich wieder dem Gespräch zu. Doch am anderen Ende war es plötzlich still geworden.
„Michelle? Bist du noch da?“ Fragte Don und hoffte, dass es auch Michelle gut ging. „Ja… Ist Nora jetzt bei Charlie?“ Fragte Michelle, die schon ahnte, dass Don in seinem Elternhaus war.
„Nein. Ich habe sie vorsichtshalber ins Krankenhaus fahren lassen. Aber nur zur Beobachtung. Sie wird wieder morgen entlassen“, sagte Don. „Ich denke, ihr geht’s besser, als wir alle vermuten“, versuchte Don wieder locker zu werden. Immerhin hatte Nora gesprochen und schien nicht wirklich weg zu sein. Ein gutes Zeichen, dass sie das gut verarbeitet. Dabei erschreckte es ihn selber, wie gut er sich schon damit auskannte. „Ja… ich hoffe du hast Recht“, sagte Michelle. Von ihrer eben noch vorhandenen Müdigkeit war plötzlich nichts mehr da. Ihre Gedanken kreisten um Nora und auch um Charlie. Sie kannte ihn schon gut genug um zu wissen, wie er jetzt wohl drauf war.
„Ich hab Charlie gebeten sie abzuholen. Du wirst also morgen ohne ihn in der Uni zu Recht kommen müssen“, sagte Don weiter. Michelle nickte am Telefon. Sie verstand es vollkommen, doch war auch bisschen traurig, dass sie ihre Klausur nicht wiederbekommen würde. Ganz besonders weil Charlie ihr Lehrer war, mochte sie ihn nicht enttäuschen. „Ach ja!“ Fiel es Don ein, als er grade ein, bei dem Thema Universität. „Du hast die Mathe-Klausur bestanden.“ „Wie jetzt? Er hat es dir gesagt?“ Fragte Michelle freudig. „Ja, er hat die restlichen Klausuren bei mir im Büro fertig korrigiert“, antwortete Don erfreut. Er war zufrieden, dass er Michelle damit zu mindestens auf andere Gedanken bringen konnte. Mit einem Lächeln auf den Lippen, schaute er in die Küche und sah, dass Charlie auch wieder sprach. Langsam kam das Leben wieder in den Gang.
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Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #9 am:
09.03.10, 18:35:41 »
Es hat wohl keinen Sinn noch weiter zu warten, ob ein Feedback kommt, also stelle ich für die Leser, die nichts schreiben den nächsten Teil rein.
Viel Spaß
Kap 5
Die Nacht verging bei Nora sehr ruhelos in einem kalten, weißen Zimmer des Krankenhaues in Santa Monica. Eigentlich war sie nicht weit weg vom Haus, wo sie wohnte. Mehrere Male kreiste die Idee, einfach aus dem Krankenhaus herauszuspazieren. Doch gewisse Angstzustände bekam sie immer noch. Die Bilder von Bill Chester, wie er tot auf dem Boden des Flughafens lag. Wie pulsartig das Blut aus der Einschuss Wunde klaffte. Einfach jedes Detail hatte sich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Manchmal glaubte sie immer noch den Schuss zu hören, der nur Zentimeter neben ihr, den Kopf von Bill Chester traf. Immer wieder durchzuckte der Schreck ihren Körper. Sie drehte sich auf die Seite und versuchte an andere Dinge zu denken. Doch wenn sie das versuchte, dachte sie an Charlie. Wie sie er sich immer weiter von ihr entfernte. Sie sah auf den Verlobungsring. Er war so schön. Er war auch irgendwo eine sehr schöne Erinnerung. Das erste Fest in Amerika. Einem Land, über das sie noch vor ein paar Jahren kein gutes Wort über die Lippen bringen konnte, außer von der atemberaubender Natur. Doch sonst fand sie nichts an dem Land attraktiv. Wenn sie immer Bilder aus den Staaten sah, hatte sie das Gefühl, dass das alles nur Vergrößerungen der richtigen Welt waren. Sie musste auch feststellen, dass sie Recht hatte. Doch hier gab es auch Sachen, wie auch Menschen, die sie faszinierten. Es war alles mehr als nur eine Kopie. Irgendwie hatte es einen eigenen Charme. Und dann hatte sie während ihres Urlaubes mit ihrer Freundin, Charlie kennen gelernt. Niemals würde sie das erste Date mit Charlie vergessen in der Universität. Mitten in der Nacht, wo sie sich auch zum ersten Mal küssten. Sie wollte es sich damals nicht eingestehen. Doch da wusste sie schon, dass sie sich in Charlie und den Ort, die Stadt, den Staat, das Land verliebte.
Nora lächelte grade, als sie vom Flur ein lautes Schlagen der Tür vernahm. Wieder zuckte sie verschreckt zusammen und erinnerte sich an das Bild von Chester. Erschossen. Tot. Sie drehte sich auf die andere Seite, zog dabei die Decke über den Kopf und versuchte nicht zu weinen. Doch schließlich konnte sie es nicht zurück halten. Die warme, salzige Flüssigkeit drang aus ihren Augen. Sie kauerte sich in dem Bett zusammen und hoffte, dass die Nacht schnell vorüber ging. Ihr Körper zitterte und sie hatte das Gefühl, mit voller Wucht wieder in den Flughafen gestoßen zu werden. Ihre Gedanken erinnerten sie schmerzhaft an die nette Seite des Schützen, den sie verfolgt hatte. Seine einfühlsamen Worte und dann das kalte Stahl an ihrer Schläfe. Wie sollte sie verstehen, wie sie nun auf Charlie zu gehen soll. Es war ihr klar, dieser Liebe wollte sie niemals die zweite Chance verweigern. Doch es war nun mal passiert, das sie mit dem Schützen über Charlie gesprochen hatte. Immer wenn sie an Charlie dachte, erinnerte sie sich auch an Chester. Sie wusste, dass sie Zeit brauchte, aber wird sie es ihrem Verlobten erklären können? Wird er es verstehen?
Diese Gedanken gingen ihr nun durch den Kopf. Sie wusste, dass sie irgendwann damit Leben kann. Doch kann Charlie so lange warten, diese unbestimmte Zeit. Schließlich weiß sie selber nicht, wie lange sie braucht. Genauso wenig weiß sie, wie lange Charlie in der Lage war auf sie zu warten.
Warten…, ging es ihr durch den Kopf und hallte ihr ziemlich laut wider. Dadurch wusste sie, dass sie einen Entschluss fassen muss. Sie darf nicht warten. Sie muss das durchziehen. Alle Angstzustände bildet sie sich nur ein, dass weiß sie, besser als manch anderer. Sie wird alles verdrängen. Jede Erinnerung ausblenden und das Leben wieder leben und zwar ab sofort. Warten war eine vergeudete Zeit, die sich nicht leisten kann. Zu viel steht auf dem Spiel. Charlie war ihr wichtiger als alles andere auf der Welt. Sie braucht ihn und deswegen darf sie jetzt nicht an einer Trennung schuld sein. Sie musste es verhindern.
Die ganze Nacht blieb sie wach und versuchte alles auszublenden. In der Nacht hatte sie viel geübt, um jede Angst so aussehen zu lassen, dass es nicht auf den Vorfall zurückfällt. Doch das durchzucken ihres Körpers bekam sie nicht unter Kontrolle. Immer wieder zuckte sie heftig zusammen, ob es durch ein Geräusch in ihrer Umwelt oder durch Erinnerungen verursacht. Es war da. Als irgendwann eine Krankenschwester eintrat und ihr das Frühstück brachte, tat Nora so, als hätte sie sehr gut geschlafen und dass sie geweckt wurde. Die Schwester freute sich sogar, dass es Nora so gut ging und den Schock so schnell und gut verarbeitet hatte. Mit einem Lächeln verließ sie Nora, dass sie in Ruhe essen konnte.
Aber Nora konnte nichts essen. Zu sehr krampfte ihr Magen noch. Also stand sie auf und ließ gut mehr als die Hälfte ins Klo herabspülen. Nach etwa 15 Minuten rief sie durch einen Knopf am Bett die Krankenschwester.
Diese nahm das Tablett und sagte: „Sie werden in einer Stunde entlassen. Ich bitte Sie sich anzuziehen und vorzubereiten. Ihre Sachen liegen dort drüben in dem Schrank.“ Nora sah auf den weißen Schrank, der wie ein Chamäleon gegenüber der weißen Wand wirkte. Sie hatte zu mindestens den Schrank vorher nicht gesehen oder einfach nicht beachtet. Schließlich war sie mit etwas anderen Dingen beschäftigt, als nach einem Schrank Ausschau zu halten. Nora stand auf und machte den Schrank auf. Dort fand sie alle ihre Sachen wieder. Nichts ging verloren. Sie nahm ihre Kleidung und zog sich im Bad um. Wenn sie sich dann so im Spiegel betrachtete, wünschte sie sich, sie hätte irgendein Make Up dabei. Ihre Haut war noch sehr blass und die ersten Augenringe bildeten sich. Sie hatte ja ein bisschen bei Megan geschlafen. Aber trotzdem waren die ersten Anzeichen von Augenringen zu sehen. Sie seufzte und verließ das Zimmer und da klopfte es an ihrem Zimmer.
„Herein.“, sagte Nora und setzte sich auf das Bett und fragte sich, wer da jetzt kommt. Es war Charlie, der eingetreten war. Etwas schüchtern und scheinbar von der Situation überfordert, seine Freundin aus dem Krankenhaus abzuholen. Unter anderem wurde Nora bewusst, dass Charlie nun auch wusste, dass sie ihn belogen hatte. Ein Gedanke, der sie nicht sonderlich erfreute. Doch, als sie in Charlies Gesicht sah, verspürte sie eine unglaublich Freude, dass er da war. Dass er gekommen war, um sie abzuholen.
Sie stand auf und langsam kamen sie auf einander zu, bis sie sich endlich fest umarmten. Keiner der beiden sagte ein Wort. Doch man sah, dass beide sehr glücklich waren. „Nora… Es tut mir so Leid…“, sagte schließlich Charlie. Nora war überrascht. Noch nie hatte sich Charlie bei ihr entschuldigen müssen. Und sie sah auch nicht den Grund dafür. Eher im Gegenteil. „Dir hat nichts Leid zu tun, mir tut es Leid!“, sagte Nora und lächelte ihn an. „Nein, ich hätte mit dir Essen gehen sollen.“, sagte darauf Charlie und sah sie traurig an. „Aber wenn du dich nicht dran gesetzt hättest, wäre er geflüchtet! Du hast das Richtige getan.“, versuchte Nora ihn wieder aufzubauen. Es gelang ihr. Charlie dachte darüber nach, was sie sagte. Leider kam er zu dem Schluss, dass sie Recht hatte. Doch er wollte es nicht. Er wollte nicht einsehen, dass es so kommen musste, wie es passiert war. Er war damit nicht einverstanden. Da sah man ihn deutlich an. „Denke nicht darüber nach!“, sagte Nora und lächelte ihn wieder an. „Komm, lass uns gehen.“ Charlie nickte nur. Nora schrieb sich an der Station raus und gemeinsam verließen die beiden das Krankenhaus. Nora streckte und reckte sich in der Sonne, auch wenn es nicht sonderlich warm draußen war. Doch sie war froh endlich aus der Kälte des Krankenhauses entkommen zu sein. Denn diese kam ihr sehr kalt vor, im Gegensatz zu dem, was sie jetzt draußen fühlte und in der Nähe von Charlie.
Während Charlie sie nach Hause fuhr, bemerkte Nora, dass es ein ganz normaler Wochentag war. „Hast du heute keine Vorlesungen?“, fragte sie ihn. „Nein. Das heißt doch. Ich hab meinen Assistenten geschickt, dass er für mich für die paar Stunden einspringt.“, sagte Charlie. „Verstehe…“, sagte Nora. „Danke…“ „Weißt du, da der Fall geklärt ist, wollen wir das mit dem Essen nachholen? Ich fahr dann eben gleich zurück an die Uni, mach die Noten fertig und dann gehen wir ganz schick Essen!“, schlug Charlie vor und sah dabei immer wieder von der Straße auf Nora. Er wollte wissen, wie Nora auf den Vorschlag reagiert. „Ja! Das ist eine sehr gute Idee!“, sagte Nora freudig. Charlie hielt vor ihrer Haustür an. „Da wären wir. Ich hol dich dann um 16 Uhr ab, okay?“, fragte Charlie seine Verlobte. Nora hatte bei dem Gedanken mit Charlie nun endlich wieder was zu machen, einen Riesenanflug von Freude. Glücklich lächelte sie ihn an und küsste ihn zum Abschied. „Okay, ich werde hier auf dich warten.“, sagte sie und stieg aus. „Bis später!“, rief Charlie ihr noch zu und fuhr los. Nora sah ihm nach, bis er hinter der Kurve verschwand. Sie atmete tief durch. Jetzt wo Charlie nicht mehr da war, fühlte sie sich extrem einsam. Es fehlte etwas. Wenn er bei ihr war, konnte sie alles, was sie zuvor erlebt hatte, vergessen. Jetzt wo er weg war, kam alles wieder hoch.
In ihrer Tasche kramte sie ihren Hausschlüssel heraus und öffnete die Tür. Im Flur hing sie den Schlüssel auf einen Hacken und zog die Jacke aus. In einem kleinen Schrank hing sie diese auf und war ganz Gedanken versunken. Sie dachte an die Situation eben. Sie war zu einfach. Zu leicht, zu schön, um wahr zu sein. Charlie benahm sich ihr gegenüber, als ob nichts passiert wäre. Nein, so ganz normal benahm er sich auch nicht. Nora merkte, dass er wie auch sie, versuchen das Geschehene, ohne es auszusprechen, einfach zu vergessen. Sie haben beide den gleichen Entschluss gefasst. Es vergessen und nicht mehr anzusprechen. Nora fragte sich nun, ob das wirklich so eine gute Idee war. Sie war es doch immer, die meinte, dass man über Gefühle sprechen sollte, damit keine Missverständnisse entstehen. Doch könnte bei so einer Lage ein Missverständnis aufkommen? Über verschiedene Möglichkeiten dachte Nora nach, doch kam zu keinem Entschluss. Wahrscheinlich kann kein Missverständnis dabei aufkommen, dachte Nora und war in der Küche gelandet, ohne dass sie es bewusst bemerkt hätte. Dort nahm sie die Milch aus dem Kühlschrank und goss sie in ein Glas. Erst nahm sie einen Schluck und dann stellte sie die Milch wieder zurück.
Sie bemerkte, dass es unheimlich ruhig in dem Haus war. Um dieser Uhrzeit war sie bisher noch nie zu Hause. Als Journalistin war sie oftmals die Letzte, die nach Hause kam. Und falls sie doch mal schnell fertig war, fuhr sie entweder zu Charlie oder in Dons Büro. Dort kannte man sie auch schon mittlerweile. Sie war auch die einzige Journalistin, die das Büro eines FBI-Agenten auswendig kannte. Doch die FBI-Mitarbeiter wissen auch schon, in was für einer Beziehung sie zu Don stand. Außerdem nahm man ihre Hilfe schon oft in Anspruch. Nora setzte sich auf das Sofa und starrte auf den ausgeschalteten Fernseher. Doch ihre Gedanken waren woanders. Sie war abgetaucht in ihren Erinnerungen. Viele schöne Erinnerungen hatte sie schon hier in Los Angeles gesammelt. Die Schönsten waren mit Charlie. Dann ging sie weiter zurück. Zurück an den Tag, wie sie zum ersten Mal in Los Angeles gelandet war.
Plötzlich zuckte sie schon wieder zusammen und verschüttete versehentlich das Glas Milch. Sie hatte ein Herzrasen bekommen. Selbst die Erinnerung, wie sie dort gelandet war, erinnert sie an den Vorfall und den Schuss. Unbewegt saß sie da und versuchte sich selbst zu beruhigen. Dabei schloss sie ihre Augen und versuchte an gar nichts zu denken. Nach paar Minuten ging es wieder und sie stand auf. In der Küche holte sie einen Lappen um ihre Milchpfütze weg zu wischen. Dabei erinnerte sie sich an die Blutlache von Bill Chester.
Ab da konnte sie nicht mehr. Sie legte den Lappen weg, vergrub ihren Kopf in ihren Knien und weinte los. Sie hielt dem emotionalen Druck kaum stand.
Ein dickes Dankeschön an meine Beta-Leserin, die so viel Geduld mit mir hat!
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #10 am:
05.04.10, 00:40:08 »
So, einen Monat gewartet, jetzt gehts auch wieder weiter!
Viel Spaß!
Kap 6
Auf dem Campusgelände trafen sich Charlie und Michelle. Michelle hatte grade den Saal verlassen, wo sie ihre letzte Klausur geschrieben hatte. Charlie wollte zu Larry, Michelles Professor der Astrophysik. „Hi Charlie!“, begrüßte Michelle ihn freundlich und mit einem Lächeln im Gesicht. Michelle hatte eine ziemlich gute Laune, weil sie soeben die Klausur geschrieben hatte, die nach ihrem Gefühl gut gelungen war. „Hi Michelle! Wie geht’s dir?“, fragte auch Charlie ziemlich gut gelaunt. Er war glücklich, dass es Nora gut ging und die beiden nun endlich zusammen essen gehen können. „Bestens.“, antwortete Michelle. „Hast du Nora abgeholt?“ „Ja. Und ich muss sagen, sie sah zwar sehr angeschlagen aus, doch wirkte auf mich eigentlich ganz normal. Sie hat es wohl gut überstanden!“, sagte Charlie und lächelte Michelle breit an. „Das klingt doch sehr gut! Kommst du dann auch gleich zur Vorlesung? Ich hätte nämlich gerne meine Klausur wieder. Bekommen wir auch schon die Noten?“, fragte Michelle gleich. „Nein. Ich werde gleich die Noten vorbereiten und dann wenn ich es schaffe kurz reinkommen und die Noten verkünden. Ich bin nämlich mit Nora heute Nachmittag verabredet.“, sagte Charlie ihr und hoffte, dass er mit den Noten schnell fertig wird. „Verstehe. Okay, das lasse ich dann noch ausnahmsweise mal gelten.“, sagte Michelle, stieß ihm noch leicht mit ihrem Ellbogen an und verschwand nach draußen. Charlie lächelte ihr hinterher und als er sie nicht mehr sah, erinnerte er sich, warum er eigentlich gekommen war. Er drehte sich um, ging in den Saal herein und traf beim Rednerpult Larry an. Dieser war schon in die Arbeit der Schüler vertieft und bemerkte niemanden um sich herum.
„Hey Larry! Hast du einen Augenblick Zeit?“, fragte Charlie seinen besten Freund. „Charles! Du bist schon zurück? Wie lief es mit Nora?“, fragte der Astrophysiker und vergaß die Welt mit der unendlichen Weite. Denn es war ihm selber nicht ganz bewusst, welche Sorgen er sich gemacht hatte. Diese galten dabei nicht nur Nora, sondern auch Charlie und um ihre gemeinsame Zukunft. „Ganz gut denke ich. Das ist es, was mir auch ehrlich gesagt Sorgen macht. Sie wirkte so normal, als ob nichts passiert wäre. Meinst du es ist möglich einen solchen Schock so schnell zu verarbeiten?“, fragte Charlie und sah sich ebenfalls eine Arbeit an. Meistens bemerkte es Charlie gar nicht, doch die Astrophysik strahlte eine unglaubliche Ruhe aus. Egal ob man sie direkt durch ein Teleskop betrachtet oder als Gesetze und Formel niederschreibt. „Charles, Charles, Charles.“, sagte Larry nur und schüttelte den Kopf. „Schon wieder beginnst du das Verhalten eines Menschen, in einer Situation, in der er noch nie war, logisch berechnen zu.“ Larry stand auf, nahm die Klausuren und ging durch die Saaltür als Erster hinaus. Charlie folgte ihm dichtauf. „Ich mache mir aber nun mal Sorgen. Aber andererseits freue ich mich so sehr, dass es ihr gut geht, dass sie normal ist und mit mir wie immer spricht.“, sagte Charlie und wusste selber seine Gefühle nicht zu beschreiben. Eine Sache, in der er nie gut war. Lag wahrscheinlich daran, dass er Gefühle nicht in mathematische Formeln auslegen konnte. „So sehr ich es tun würde, ich kann dir dabei nicht helfen. Vertraue ihr einfach und du wirst sehen, dass sie dir dafür dankbar sein wird. Denn Vertrauen ist in einer Beziehung das Wichtigste.“, gab Larry seinem ehemaligen besten Schüler den Tipp. „Seit wann gibst du Tipps für die Liebe?“, fragte erstaunt Charlie. „Weil ich nie zuvor ein Paar, wie euch beide gesehen habe. Ihr passt besser zusammen als Neutronen und Protonen!“, antwortete Larry und legte die Klausuren auf seinen Schreibtisch. „Aber wenn du mich bitte entschuldigen würdest. Ich muss diese Klausuren bis morgen ausgewertet haben.“, sagte Larry und begleitete Charlie hinaus. „Ach und diese Sorgen die du dir über Nora machst, könnten vielleicht berechtigt sein. Doch denk daran, dass wir ein Unterbewusstsein besitzen. Wo Nora noch unter Schock leiden könnte, doch selbst merkt sie nichts. Gib ihr einfach etwas Zeit und ich denke, alles wird sich wieder richten.“, fügte Larry hinzu. Charlie nickte und verabschiedete sich so von seinem Freund. Nur paar Türen weiter setzte er sich selber hinter den Schreibtisch und wertete die Zensuren durch den Computer aus, überflog sie noch mal, um sicher zu gehen, keinen Fehler gemacht zu haben. Die Zahlen stimmten mit den Namen der Studenten überein und er machte sich mit den Ergebnissen auf dem Weg zum Saal, wo er jetzt eigentlich eine Vorlesung hätte halten sollen.
Als er eintrat, richteten alle ihre Blicke auf Charlie. Er ging ohne einen einzigen anzusehen zum Rednerpult und besprach kurz etwas mit seinem Assistenten. Michelle beobachtete die beiden von ihrem Platz. Sie sah auf ihre Armbanduhr. Nur noch 10 Minuten und die Lesung war vorbei. Sie seufzte. Sie hatte irgendwo gehofft, dass Charlie noch erscheinen würde, um die Lesung zu halten. Er konnte es sehr gut vermitteln, mit seiner lockeren Art und den interessanten Metaphern um einen Gedankengang zu verdeutlichen. Doch wie es aussieht, bekommt sie nun nur ihre Zensur und darf gehen. Plötzlich trat Charlie nach vorn. „Ich werde nun jeden von ihren einzeln aufrufen. Sie treten nach vorn und nehmen sich ihre Klausur und die Gesamtnote ab. Anschließend darf der jenige den Saal verlassen. Es wird anschließend nicht nach gezogen.“ Michelle klappte ihr Buch und ihren Laptop zu. Heute war also ein Tag, in dem sie nichts dazu gelernt hatte. Bisschen enttäuscht beobachtete sie weiterhin die Menschen um sich herum. Als Charlie sie dann endlich aufrief, hatte er ein Grinsen im Gesicht. Als Michelle dann sein Grinsen sah, musste auch sie auflächeln. Sie setzte sich Charlie gegenüber und bekam die Klausur ausgehändigt.
„Deine Arbeit war sehr gut. Doch du hast hier in der Aufgabe einen Term vergessen, deswegen bist du aufs falsche Ergebnis gekommen. Schau es dir bitte noch mal an, weil wir diesen Term im nächsten Semester ausführlicher angehen werden. Man kann mit diesem wundervoll verschiedene Sachen berechnen. Ansonsten, kann ich dir nur gratulieren!“, sagte Charlie noch breiter grinsend und überreichte ihr die komplette Auswertung mit der Endnote. „Okay, danke für den Tipp!“, sagte Michelle. „Wir sehen uns doch bestimmt, oder hast du irgendwelche Projekte in den Semesterferien vor?“ „Nein. Ich will mir die Zeit extra für Nora freihalten.“, sagte Charlie und winkte ihr kurz zu und rief auch schon den nächsten Namen auf. Michelle nahm ihre Sachen, verließ den Saal und machte sich gleich auf dem Weg nach Hause. Im Schnellschritt ging sie auf ihren Wagen zu und fuhr ganz schnell davon. Sie wollte zu Nora. Es war die Neugier zu wissen, wie es ihr geht und wie es zu so was kommen konnte. Endlich angekommen, ging sie sehr vorsichtig in den ersten Raum hinein. Es war sehr still.
Vielleicht schläft sie ja?!
, fragte sich Michelle und zog sich ihre Jacke aus. Fast völlig geräuschlos wurde diese auf einen Hacken im Flur auf gehangen. Vom Flur ging sie ins Wohnzimmer. Auf dem Tisch lag ein Lappen, getränkt in Milch. Das dazugehörige Glas, lag auf dem Boden. Die halbaufgewischte Pfütze war auch noch nicht verdampft. Michelle konnte sich zunächst keinen Reim darauf bilden, aber beendete die begonnene Arbeit. Sie nahm den Lappen und wrang ihn über der Spüle aus, damit sie die restliche Pfütze Milch wegwischen konnte. Eine Sache von wenigen Minuten. Umso mehr verstand Michelle nicht, warum Nora das nicht zu Ende gebracht hatte. Als sie wieder zurück zur Küche ging, sah sie aus dem Fenster und sah Nora am Strand stehen, hinaus aufs Meer blickend. Sie ließ den Lappen in die Spüle fallen und ging ebenfalls zu Nora hinaus.
Sie hatte sich in eine kleine Decke gehüllt und starrte hinaus. Als Michelle nur noch einige Meter weg war, sprach sie Nora an. „Hey! Was machst du hier draußen?“ Langsam drehte sich Nora zu ihr um. „Ich versuche mich zu entspannen.“ „Wie geht’s dir?“, fragte schließlich Michelle und setzte sich in den Sand zu ihren Füßen. Nora tat es ihr gleich, damit sie beide normal miteinander reden können. Nora jedoch schwieg. Es lag aber nicht daran, dass sie es Michelle nicht verraten wollte, sondern eher, weil sie nicht wusste, wie sie es sagen sollte.
Michelle sah sie besorgt an. Scheinbar war doch nicht alles so in Ordnung, wie es Charlie ihr weiß machen wollte. Oder, und daran glaubte Michelle, Nora machte es Charlie weiß. Und sie wusste, dass dies keine gute Idee war. „Willst du darüber reden?“, fragte Michelle vorsichtig, um vielleicht so zu verstehen, wie es ihr geht. „Hat es dir Don noch nicht erzählt?“, antwortete Nora mit einer Gegenfrage. Michelle war schon mal damit zufrieden, dass sie überhaupt sprach. „Naja, nicht direkt. Soll ich sagen, was ich weiß?“, fragte Michelle, bevor sie Nora mit Erinnerungen quält, die sie gar nicht hören will. „Ja.“, antwortete Nora knapp. Eigentlich wollte sie es vergessen. Doch bisher hatte sie immer mit Michelle über ernste Gesprächsthemen gesprochen. „Du warst am Flughafen und wurdest von dem Schützen bedroht, sodass Ian gezwungen war, ihn zu erschießen. Mehr weiß ich auch nicht. Ich weiß noch nicht mal, was du am Flughafen überhaupt wolltest.“, sagte Michelle und hoffte, dass sie nun Klarheit über den ganzen Fall bekommt. Nora seufzte. Um ihr zu erklären, warum sie auf dem Flughafen war, musste sie erst Mal weit zurückgehen, zu dem Zeitpunkt, wie sie erfahren hatte, dass Charlie keine Zeit mehr für sie hatte. Wie in den letzten Tagen desöfteren. Ein Gedanke, der nicht grade Luftsprünge verursacht hatte.
„Es fing eigentlich alle damit an, dass Charlie und ich Essen gehen wollten. Endlich wieder zusammen allein was verbringen. Doch er hatte halt mit dem Fall zu tun. Damit er keine Gewissensbisse hat, hab ich ihm gesagt, dass ich auch noch einen wichtigen Termin habe und nicht kann. Natürlich war das gelogen und ich fuhr zu Megan. Dich wollte ich nicht stören, wegen deiner Klausur. Wie ist die eigentlich gelaufen?“, fragte Nora um auch sich selber vom Thema abzulenken. „Ganz gut. Also ich hab ein gutes Gefühl. Die Mathematik-Klausur hab ich auch bestanden. Ich kann dir ja gleich im Haus das Ergebnis zeigen.“, sagte Michelle und hoffte, dass Nora ohne Aufforderung weiter sprach.
„Herzlichen Glückwunsch!“, sagte Nora und lächelte sie sogar an. Michelle war dankbar für dieses Lächeln. Das zeigt, dass noch ein bisschen von ihrer alten Nora da war. „Ich hab dann also mit Megan gesprochen und dummerweise eingeschlafen. Währenddessen wurde sie zum Einsatz gerufen. Charlie hatte das Ergebnis schon. Als ich wach geworden bin, war Larry da. Eigentlich wollte ich nicht, dass er weiß, was gerade zwischen Charlie und mir abging. Er ist ja sein bester Freund. Ich bin dann erst Mal raus gerannt und wollte mich irgendwie ablenken. Da kam die Sache halt mit dem Schützen wie gerufen. Während ich zum Flughafen fuhr bekam ich alles was ich brauchte von Ian. Am Flughafen hab ich ein paar Schauspielertricks angewendet und bin durch gekommen. Naja und dann hab ich ihn gefunden. Wir haben mit einander ganz normal geredet. Noch mehr, ich hab ihm in einer gewissen Weise vertraut. Er hat mein Problem mit Charlie vollkommen verstanden und mir Mut zu dieser Beziehung weiter zu stehen gegeben!“, sagte Nora und ihre Augen begann zu glitzern. Michelle konnte schon erahnen, was anschließend passiert war. Jetzt verstand sie Nora. Ihr Gesichtsausdruck wurde traurig und begann auch aufs Meer hinauszustarren.
„In dem Moment ist Don hineingeplatzt.“, fuhr Nora fort. „Ich war die Einzige in seiner Nähe und so nahm er mich als Geisel. Nur Sekunden später hörte ich diesen Knall und wie er zusammen gesackt ist. Es ging alles so schnell. Eben noch ein Freund, dann ein Feind und schließlich eine Leiche.“ „Also, wenn Charlie mit dir Essen gegangen wäre…“, Michelle wurde von Nora mitten im Satz unterbrochen. „Nein! Wenn Charlie nicht weiter gearbeitet hätte, würde der Kerl wahrscheinlich sonst wo sein. Ich bin nur mal wieder der störende Faktor, denn er nicht mit ein berechnet hat.“, sagte Nora und versuchte sich irgendwie in der Decke zu vergraben. „So darfst du das doch nicht sehen. Ich sag dir mal etwas, was ich glaube. Ihr beide liebt euch so sehr, dass ihr nun die Probleme habt. Und die einzige Lösung ist, einfach mal mit ihm zu Reden. Heute, beim Essen ist die perfekte Gelegenheit dafür.“, sagte Michelle und lächelte sie an. Nora versuchte auch zu lächeln, doch irgendwie wollte es ihr nicht gelingen. Zu sehr war sie in Gedanken.
Mit Charlie über das Ganze sprechen…
Ein Gedanke, denn sie nicht wusste richtig zuzuordnen.
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #11 am:
30.06.10, 22:40:54 »
Es hat nun eine sehr lange Zeit gedauert, doch durchlebe ich gerade ein Tief, dass der ein oder andere Schreiber nachvollziehen kann...
Daher möchte ich hier nun allen Schwarzlesern mitteilen, dass ich eine Sommerpause mache, nach dem 7. Kapitel... Es kann sogar sein, dass sie sich von weiter zieht... Aber ich sehe mich trotzdem immer noch in der Lage die Story zu Ende zu schreiben... Habt einfach geduld und schaut immer mal wieder vorbei, ob sich hier etwas rührt oder nicht
So, dann wünsche ich viel Spaß bei dem nächsten Kapitel!
Kap 7
Kurz nach vier Uhr nachmittags saß Nora in einem schwarzen Samtkleid in der Küche und wartete auf Charlie. Er war mal wieder zu spät, doch das war nichts Ungewöhnliches. Charlie war bisher nie wirklich pünktlich. Sie fragte sich schon immer, wie das eigentlich in der Uni ablief; ob er auch dort immer zu spät komme. Michelle telefonierte mit Don. Auch sie wollte sich einen schönen Tag mit ihrem Freund machen. Doch Don war noch beim FBI und bearbeitet den ganzen anfallenden Papierkram zu dem Fall des Schützen. Das war bisher immer so, dass er und die anderen dass immer beim Abschluss des Falls erledigten. Plötzlich legten sie auf und Michelle trat mit einem Lächeln in die Küche. „Na? Hat er Zeit?“, fragte Nora ihre Freundin. Diese nickte glücklich. „Ja. Er meinte, dass wenn Colby die noch anfallende Hälfte des Papierkrams überlässt, können wir heute ins Kino gehen.“ „Toll! Weißt du auch schon welchen Film du dir ansehen willst?“, fragte Nora sichtlich freudig für Michelle. Sie freute sich immer, wenn Michelle sie mit dem gewissen Grinsen im Gesicht ansah. Das bedeutete immer, dass sie besonders gute Laune hatte. Normalerweise heckt sie auch etwas aus, deswegen würde Nora auch gerne ins Kino gehen. Bei dem Grinsen kann es nur lustig werden, dachte Nora und musste bei dem Gedanken lächeln. Aber sie wusste auch, dass dieses Essen mit Charlie ihr viel wichtiger war, als ein Film. Mit Michelle wird sie irgendwann bestimmt noch mal ins Kino gehen. Doch erst Mal muss sie ihre eigene Beziehung in die richtige Bahn lenken. In dem Moment klingelte es an der Tür. So Energie geladen, wie Michelle gerade war, sprintete sie mit den Worten „Ich geh schon!“ zur Tür und riss sie auf. Charlie stand da und lächelte Michelle freudig an. „Ist Nora schon…“, Charlie konnte nicht zu Ende sprechen, da unterbrach ihn schon Michelle. „Da bist du ja endlich! Du wirst schon ganz dringend erwartet! Hast du schon mal auf die Uhr geschaut?! Du bist wie immer 10 Minuten zu spät!“, schimpfte Michelle mit einem Schmunzeln im Gesicht Charlie an.
Charlies Gesicht erhellte sich sogar dabei noch mehr, als er Michelles gute Laune sah und hoffte, dass es Nora nicht sehr viel anders ging. Doch als er sie dann schon vom Weiten sah, ganz in Schwarz angezogen, war er doch irgendwo traurig. Er mochte das Kleid an ihr, doch es strahlte, in Anbetracht der Situation, Traurigkeit aus. Sein Lächeln verschwand restlos, auch wenn er sich nicht anmerken lassen wollte, dass er sich Sorgen um seine Verlobte macht. „Hey meine Kleine.“, begrüßte Charlie sie und gab ihr einen Begrüßungskuss.
Nora genoss den Kuss in all seinen Zügen. Als es Charlie merkte, lächelte er sie wieder an. Er freute sich, dass sie ihn immer noch liebte. „Wollen wir?“, fragte Nora, stand auf und legte sich den leichten Mantel um die Schultern. Spielerisch übertrieben ahmte Charlie einen englischen Gentleman nach. Mit einem freudigen Lächeln, beobachtete Michelle die beiden, bis sie schließlich hinter der Haustür verschwanden. Draußen machte Charlie weiter und hielt ihr sogar die Wagentür mit einer perfekt vollendeten Verbeugung auf. Doch als sie dann los gefahren waren, schwiegen sie sich an. Dies ging so weiter, bis sie am Restaurant angekommen waren. Charlie hatte sogar einen Platz reservieren lassen. Von der Mühe, die sich Charlie doch eindeutig gab, war Nora beeindruckt und selbstverständlich auch glücklich. Doch sie konnte keine Worte finden, um ein Gespräch anzufangen. Alle Wörter waren plötzlich unpassend und sie hoffte, dass Charlie irgendwann das Wort ergriff. Und auch hoffentlich bald, weil sie es selber kaum aushalten konnte, so schweigend da zu sitzen. Der Oberkellner persönlich führte sie zum Tisch und richtete Nora den Stuhl. Nora sah sich in dem Restaurant um. Hier war sie noch nicht mit Charlie gewesen. Es war nicht sonderlich groß, doch viele Plätze waren besetzt und die Dekoration in dem Essraum deutete auf ein teures Menü hin. Da kam der Oberkellner wieder und überreichte beiden die Karte. Beide nahmen dankend an. „Gefällt es dir hier?“, fragte Charlie sie schließlich, als sie sich immer noch etwas umsah. „Ja. Es ist sehr gemütlich hier und die Musik im Hintergrund ist sehr schön. Das alles macht ein ziemlich warmes Flair.“, antwortete Nora und sah nun von der Umgebung in die Karte. Charlie freute sich, dass er mit der Wahl wohl so ziemlich ins Schwarze getroffen hatte. Doch dann sah sie ihn erschrocken von der Karte an. „Ist das dein Ernst?“, fragte sie mit großen Augen. „Was ist den passiert? Magst du nichts von der Karte?“, stellte er eine Gegenfrage und bereitete sich schon auf das Schlimmste vor. „Nein, nein.“, sagte Nora und sah noch mal auf die Karte und dann wieder zu Charlie. „Ist das nicht ein bisschen sehr teuer?“ Als Charlie die Frage hörte, war er so erleichtert, dass er auf seufzte. „Du verdienst nur das Beste und außerdem muss ich mich doch irgendwie gebührend entschuldigen. Das ist das Mindeste.“ „Aber, du brauchst das nicht zu machen. Mir reicht es, wenn du in meiner Nähe bist!“, sagte sie und nahm seine Hand. In dem Moment lächelte sie und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass dieses Lächeln ernsthaft aus ganzem Herzen kam. Auch Charlie spürte es sofort und hielt ihre Hand fest. Es gab ihm einen sehr großen Halt und half ihm auch, dass alles so schnell wie möglich zu vergessen. Plötzlich hörten beide einen lauten Knall an ihrem Fenster, an dem sie saßen. Erschrocken sahen sie auf. Ein Mann stand da, die Hände an der Scheibe gepresst. Nora beobachtete, wie das Blut von den Händen an der Scheibe herunter lief. Der Mann hatte aufgerissene Augen und zog eine schmerzverzerrte Grimasse. „Oh mein Gott...“, flüsterte Nora nur, als sie dem Blutschlieren folgte und den aufgeschlitzten Bauch sah. Als der Mann zusammen sackte, stand Nora sofort auf und rannte hinaus.
Die anderen Gäste saßen auf ihren Plätzen und sahen geschockt dem Mann beim Sterben zu. Als Charlie realisierte, dass Nora raus gelaufen war, stand auch er auf. Dabei sah er, wie ein Mann, mit weiß-blonden Haaren, hellem Gesicht und dunklen Anzug ebenfalls zu Nora hinaus stürmte. Charlie war geschockt, dass nur Nora und der Fremde darauf reagierten. Es erschreckte ihn noch mehr, als ihm bewusst wurde, dass er selber sitzen geblieben wäre, wenn Nora nicht aufgestanden wäre. Draußen versuchte Nora die Blutung im Bauch zu stillen, in dem sie die Wunde mit ihrem Mantel zu hielt. „Charlie! Ruf einen Krankenwagen!“, schrie sie ihren Verlobten an. Der Fremde kniete am Kopf des Opfers und versuchte mit ihm zu kommunizieren. „Wer hat Ihnen das angetan?“ Die Augen des verwundeten Mannes verdrehten sich in alle Richtungen. Ein Zeichen, dass er höllische Qualen erlitt. Als Charlie den Krankenwagen verständigt hatte, kniete auch er sich zu Nora, um ihr zu helfen. „Sie können jetzt aufhören.“, sagte plötzlich der Fremde. Charlie und Nora sahen gleichzeitig zu ihm. „Er ist tot. Todeszeitpunkt...“, er sah auf seine Armbanduhr „17 Uhr 12 Minuten.“ Beide wussten in dem Moment, dass er kein gewöhnlicher Passant war. Die Sirene des Krankenwagens kam näher und verstummte, als es mitten auf der Straße vor ihnen stehen blieb. Um die drei und die Leiche drängten sich schon viele Schaulustige. Die Sanitäter sind kaum durch gekommen. Charlie stand schließlich auf und verfluchte den Tag. Er wusste nicht, was er jetzt noch machen sollte. Geht er nicht mit Nora Essen, wird sie als Geisel genommen und wenn sie doch weg gehen, passiert so was. Alles machte er falsch. Das Schicksal spielt irgendwie gegen ihn, wobei er nie an eine unerklärte höhere Macht geglaubt hatte. Doch wenn es einen Zeitpunkt gab, daran zu glauben, dann jetzt. Nora saß noch immer neben der Leiche und sah auf ihre blutverschmierten Hände. Sie hatte alles versucht, dem Mann zu helfen, doch alle Mühe war vergebens. Schon wieder starb jemand direkt vor ihr. Ihr liefen die Tränen die Wange herunter. Mit zittrigen Händen, wollte sie sich ihre Tränen weg wischen. „Warten Sie.“, sagte der Fremde. Nora sah sofort zu ihm und war dann noch mehr überrascht, dass der tatsächlich sie gemeint hatte. „Hier, nehmen Sie ein Tuch. Dann können Sie sich auf die Tränen wegwischen.“ Er reichte ihr ein Tuch aus Stoff.
Nora nahm es, dankend mit einem Nicken, an. Sie fand es seltsam, dass ein Mann noch Stofftücher hatte. Sie fand das altmodisch und doch auf irgendeine Art romantisch. Sie wischte sich die Tränen weg. „Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich den Mann mit ihrem Mantel zu decke, so lange der Leichenwagen noch nicht gekommen ist?“, fragte der Fremde nach einer Weile, als sie sich etwas wieder beruhigt hatte. In dem Moment, als er sie das fragte, bemerkte sie, dass viele Schaulustige sich langsam um sie versammelt hatten. Charlie versuchte zu telefonieren. Doch Nora wusste, wenn Michelle und Don wirklich ins Kino gegangen sind, dass er Don nicht erreichen kann. „Nein, es ist in Ordnung.“, antwortete schließlich Nora dem Mann. Dieser nickte und legte den Mantel auf die Leiche. „Ich werde Ihnen die Reinigung bezahlen. Aber jetzt sollten sie vielleicht reingehen und sich die Hände waschen.“, bot der Mann ihr an. Wieder nickte sie und versuchte aufzustehen. Ihre Knie zitterten, genauso wie damals. Sie war von den Ereignissen wie gelähmt. Charlie legte wütend auf, als nur Dons Mailbox ran ging. Er sah zu Nora, die langsam aufstand und doch trotzdem, wie gebannt auf den Toten starrte. Er reagierte sofort und stützte Nora ab und führte sie langsam zurück ins Restaurant. Vor der Toilette blieb sie stehen. „Es geht schon wieder. Ich denke, ich schaffe, dass jetzt auch allein.“, sagte sie zu Charlie. „Bist du dir da sicher?“, fragte er noch mal besorgt nach.
Nora nickte nur und ging allein in die Toilette hinein. Charlie starrte lange die Tür an, hinter der Nora verschwunden war. Langsam kamen auch bei ihm die Gefühle hoch, schierer Verzweiflung. Ihm wurde schlecht und glaubte nun Nora besser zu verstehen. Er rannte ins Herrenklo und übergab sich in der Spüle. Er hatte heute noch nicht viel gegessen, zu sehr hatte er sich auf den Abend gefreut und nun plagten ihn Erinnerungen, an eine Bauchhöhle, die wie in einer chirurgischen Operation geöffnet wurde. In dem Moment war Charlie eine Formel in den Kopf geschossen. Er wischte sich den Mund sauber und rannte wieder hinaus. Das L.A.P.D. war schon da und auch Nora stand draußen, bedeckt mit einer braunen Decke und beobachtete das Gesehen. „Alles in Ordnung?“, fragte er sie. „Ja, es geht langsam.“, antwortete sie. Charlie nickte, drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und schon war er unter die Absperrung gehuscht. Ein Officer hatte ihn sofort aufgehalten. „Bitte gehen Sie wieder hinter die Absperrung.“, sagte er und drängte Charlie raus. „Ich bin Berater beim FBI. Warten Sie, ich habe auch eine Lizenz.“, sagte Charlie sofort. Der Officer hörte sofort auf, ihn zu bedrängen und wartete geduldig. Charlie holte die Lizenz aus seiner Brieftasche und zeigte es dem Mann. Der sah sich das genau an und nickte ihm dann zu. „Entschuldigen Sie, bitte.“, bat der Officer und wandte sich zu seinen Kollegen. „Der Mann ist Berater beim FBI! Er arbeitet also mit dem Typen zusammen!“
Charlie sah verwirrt von dem Officer zur Leiche, wo immer noch der Fremde Typ daneben saß.
Wiedermal ein Liebes DANKESCHÖN an meine unermüdliche Beta-Leserin!
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Letzte Änderung: 30.06.10, 22:43:39 von Nora-chan
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~Der Vorteil der Mathematik ist, dass sie uns ermöglicht, mit Dingen herumzuspielen, die zu hoch für unseren Verstand sind.~
Zitat: Joao Magueijo, Schneller als die Lichtgeschwindigkeit.
In the hands kissing respect
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Michelle Dessler
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #12 am:
09.07.10, 17:06:55 »
Oh Mann, was war ich lange schon nicht mehr hier. Tja der Sommer.
Wie du weißt bin ich ganz begeistert von deiner Story und warte schon auf das nächste Kapitel.
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Nora-chan
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Re: [FF-CO-inprog]"Das Serum"
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Antwort #13 am:
06.09.10, 21:33:06 »
Okay, nach sehr langem Warten, aber ich habe euch ja vorgewarnt, erscheint nun mein 8. Kapitel!
ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!!
Kap 8
Michelle und Don gingen dicht nebeneinander aus dem Kinosaal heraus und unterhielten sich über den schönen Film „Selbst ist die Braut“. Draußen setzte schon die Dämmerung ein, auch wenn es noch gar nicht so spät war. Doch die beiden ließen sich Zeit und genossen die Zweisamkeit.
„Wollen wir gleich noch über den Weihnachtsmarkt gehen?“, fragte Don seine Verlobte. „Ja!“, sagte Michelle gleich freudig und klammerte sich noch mehr an Don. Dieser lächelte nur zufrieden.
Kaum hatten die beiden das Kino ein paar Meter hinter sich gelassen, als Dons Handy klingelte. Michelle löste sich sofort von Don. Sie wusste, dass wenn das Handy schon so Sturm klingelte, dass es das FBI war. Don holte das Handy hervor und sah, dass Charlie schon mehrmals versucht hatte ihn anzurufen. „Es war Charlie“, sagte Don, um Michelle zu sagen, dass es mal ausnahmsweise nicht das FBI war. „Ich ruf ihn eben an“, fügte er dazu und drückte die Wiederwahltaste. Michelle hatte jedoch ein seltsames Gefühl in der Magengegend, wenn Charlie mehrmals angerufen hat, obwohl er mit Nora essen war. Sie wusste in dem Moment, dass etwas nicht stimmte.
Es klingelte, bis plötzlich sich Charlie meldete. „Don, komm sofort zum Restaurant „Mirage“ in Downtown. Ich hab jetzt keine Zeit mit dir zu reden. Beeil dich!“ Und schon hatte Charlie aufgelegt, ohne dass Don auch nur ein Wort sagen konnte. Verwirrt und ungläubig sah er auf sein Handy. „Hast du ihn jetzt nicht erreichen können?“, fragte Michelle. „Nein, ich hab ihn erreicht und er verlangt, dass ich so schnell wie möglich ins „Mirage“ fahre“, antwortete Don, der sich langsam auch Sorgen machte. „Dann los! Das ist nicht so weit von hier“, sagte Michelle und beide machten sich so schnell wie möglich auf dem Weg zum Wagen. Mit Sirene und Blaulicht kam Don endlich an dem Tatort an. „Was ist hier denn passiert?“, fragte Michelle und rechnete schon mit dem Schlimmsten, als sie die Menschenmassen an Polizisten und Schaulustigen sah. „Das werde ich gleich erfahren. Bleib du im Auto sitzen“, sagte Don. „Nein, ich gehe Nora suchen“, sagte Michelle und war schnell aus dem Auto gesprungen, bevor Don was erwidern konnte.
Diese Frau…
, dachte Don nur und stieg nun selber aus. Er ging auf das Absperrband zu und zeigte dem Officer seine Marke. Dieser nickte nur und hob das Absperrband für ihn hoch. Don schlüpfte schnell drunter durch und sah dann auch schon, wie die Forensik sich an einer Leiche zu schaffen machte. Daneben erkannte er Noras Mantel. Doch die Leiche war eindeutig männlich. Ein Stein fiel ihm vom Herzen. Er sah sich weiter um und schließlich sah er in einer halbwegs ruhigen Ecke Charlie stehen. Doch er war nicht allein. Er unterhielt sich mit einem Mann, denn Don nicht kannte. Er schritt langsam auf die beiden zu und Charlie bemerkte ihn sofort. „Das ist mein Bruder, Spezial Agent Don Eppes“, stellte Charlie Don gleich vor, der sich bisschen komisch vorkam. „Don, darf ich dir Spezial Agent Pendergast vorstellen.“ Don wollte ihm die Hand geben, doch dieser blieb reglos stehen.
So ein unfreundlicher Bastard!
, dachte sich Don, als er seine Hand wieder zurückzog und hatte es jetzt schon im Gefühl, dass er mit dem Schwierigkeiten bekommen wird. „Ich möchte klar stellen, dass ich zuständig für diesen Fall bin“, sagte Pendergast und Don bemerkte sofort seinen Südstaaten Akzent. „Woher kommen Sie? Sie scheinen nicht von hier zu sein“, bemerkte Don und versuchte weiterhin freundlich zu bleiben. „Richtig. Ich bin aus New Orléans und bin ebenfalls hinter diesem Serienmörder her“, sagte Pendergast sachlich und doch durch seinen Akzent klang das schon fast freundlich, was er da sagte. „Sind Sie sich sicher, dass es hier bei um Ihren Mörder handelt?“, fragte Don, den langsam die Neugier packte. „Ich finde, Spezial Agent Eppes, dass wir das besser in Ihrem Büro besprechen sollten, auch wenn ich bezweifele, dass ich hier bei Ihre Hilfe benötigen werde“, sprach er, verbeugte sich leicht und verließ den Tatort. Beide sahen ihm nach.
„Einen ganz tollen neuen Freund hast du da gefunden“, bemerkte Don, als er sich sicher war, dass Pendergast ihn nicht mehr hören konnte. „Ich hab ihn mir nicht ausgesucht. Aber er war sehr freundlich zu Nora. Vielleicht hat er auch nur was gegen dich“, sagte Charlie und beobachtete, wie Pendergast noch kurz mit Nora sprach, die schon von Michelle betreut wurde. „Dann wäre ich an deiner Stelle vorsichtig. Südstaatler haben es im Blut Frauen schnell um den kleinen Finger zu wickeln. Aber sag doch mal, worüber habt ihr beide euch unterhalten?“, fragte Don um wieder auf den Fall zurück zukommen. „Ich dachte, ich könnte helfen, denn Täter zu finden. Wenn du dir später die Leiche ansiehst, wirst du feststellen, dass er an einem chirurgischen Eingriff gestorben ist“, erklärte Charlie, dem augenblicklich wieder übel wurde. „Was?! Komm, setzten wir uns rein und du erzählst mir genau, was passiert ist“, sagte Don und verließ nun auch mit Charlie den Tatort. Sie setzten sich ins Restaurant, das von Polizisten wimmelte die Zeugenaussagen sammelten. Nora und Michelle folgten den beiden Männern hinein und setzten sich dazu. Sie wurden alle von den Kellnern versorgt, die heißen Tee und Kaffee brachten. Viele Polizeipsychologen versuchten die Restaurantgäste und -fachkräfte zu beruhigen. Nora nahm einen Schluck von dem Tee, und schwieg. Michelle saß dicht neben ihr und strich ihr über den Rücken. Don sah erst Mal in die Runde und wollte erst gar nicht fragen. Es war was anderes, fremde Menschen auszufragen, als die eigene Familie. Doch die beiden schienen direkt davon betroffen zu sein.
Don seufzte und zwang sich endlich anzufangen. „Okay, dann erzählt mir mal, was hier genau vorgefallen ist“, sagte er und sah zwischen Charlie und Nora hin und her. Nora sah zu Charlie, um zu sehen, ob sie anfangen sollte. Charlie sagte nichts, also öffnete sie den Mund um zu sprechen, als dann doch Charlie anfing: „Wir saßen an diesem Tisch, direkt an dem Fenster zur Straße.“ Don sah zu dem Fenster, auf das Charlie zeigte und sah dort zwei blutige Handabdrücke. „Plötzlich stand da so ein junger Mann und hatte eine geöffnete Bauchhöhle. Nora rannte gleich hinaus, um ihm zu helfen. Dieser Pendergast auch. Ich folgte den beiden und wir versuchten alles, um die Blutung zu stoppen, aber bei einer so großen Wunde, war es ein Wunder, dass er an der Scheibe stehen konnte. Doch schließlich ist er verblutet. Dann hab ich versucht dich zu erreichen“, fuhr Charlie fort. „Und du meinst, die Bauchdecke wurde chirurgisch geöffnet?“, fragte Don näher nach und fing sich einen Tritt von Michelle. Er ignorierte es, da er damit rechnete, dass er Fragen stellen würde, die Michelle nicht passten. „Ja. Es wurde ihm präzise ein Quadrat Haut ausgeschnitten“, sagte diesmal Nora. Charlie sah zu ihr. Er wusste nicht, dass Nora sich die Wunde so gut gemerkt hatte. „Okay, alles andere werde ich dann von dem Gerichtsmediziner erfahren“, sagte Don und machte eine kleine Pause. „Und was für eine Idee kommt dir, um den Täter zu fassen?“, fragte Don in Charlies Richtung. „Jeder Chirurg hat eine Art Handschrift, wenn er einen Schnitt setzt. Daraus könnte ich bestimmen, welcher Chirurg daran beteiligt war. Doch wenn er aus New Orléans kommt, macht es ja keinen Sinn“, sagte Charlie.
Don nickte und sagte darauf: „Okay, ich werde mein Team damit beauftragen herauszufinden wem dieser Pendergast auf der Spur ist und ob dieser wirklich an dem Mord beteiligt sein könnte. Wer weiß, vielleicht irrt sich unser Supermann.“ „Warum bist du so negativ dem Mann gegenüber?“, fragte dann Michelle, die es nicht verstand. Sie hatte sich nur sehr kurz mit dem Agent unterhalten, doch sie fand ihn sehr freundlich und zuvorkommend. „Weil er recht unfreundlich mir gegenüber war. Außerdem kann ich solche hochnäsigen Menschen nicht leiden. Solche Agents sind nämlich an dem schlechten Image des FBI verantwortlich“, sagte Don und etwas fiel ihm noch ein. „Ach ja, was wollte der Typ eigentlich von euch?“ „Unsere Adresse, damit er weiß, wo er Noras Mantel hinschicken soll“, sagte Michelle leicht eingeschnappt, weil sie den Mann ganz anders einschätzte. „Na dann hoffe ich, dass er den Mantel zu mindestens reinigen lässt, bevor er ihn zurück schickt“, sagte Don nur und stand auf. „Michelle? Kann ich dich bitten, die beiden zu euch oder zu Dad fahren? Irgendwohin, wo sie von dem hier abgelenkt werden. Ich fahr eben ins Büro.“ „Ja, kein Problem. Ich fahr sie zu uns. Sonst macht sich Alan nur unnötige Sorgen“, sagte Michelle. Don nickte nur und nach einem kleinen Abschiedskuss ging er aus dem Restaurant. „Sollte ich nicht mit ihm fahren?“, fragte Charlie. „Du hast ihm schon geholfen. Du und Nora solltet euch erst Mal ausruhen“, sagte Michelle und stand ebenfalls auf und begleitete die beiden zu Charlies Wagen. Michelle setzte sich hinter das Steuer und fuhr die beiden zu sich nach Hause.
Dort setzten die beiden sich auf das Sofa, während Michelle in die Küche verschwand. „Wollt ihr was zu trinken?“, fragte sie die beiden. „Nein, danke“, sagte Charlie. Nora sagte immer noch nichts. Charlie strich ihr über den Arm. „Hey! Nora? Willst du was trinken?“, fragte Charlie. Sie richtete ihren Kopf auf und sah zu Charlie und dann zu Michelle. „Nein. Ich auch nichts. Danke.“ Michelle nickte nur leicht und kam mit ihrem Kaffee ins Wohnzimmer zu den beiden. Doch sie wusste nicht, worüber sie mit den beiden reden sollte. Es herrschte langes Schweigen. Bis schließlich Nora das Schweigen brach. „Und? Wie war Kino?“ Michelle wusste zunächst nicht was sie sagen sollte. Sie war so von der Frage überrascht und hatte bei der ganzen Aufregung auch schon ganz vergessen, dass sie mit Don im Kino war. „Ja, war ganz toll“, sagte sie ganz schnell. „Ach ihr wart im Kino? Deswegen konnte ich euch nicht erreichen“, bemerkte Charlie, der dankbar für den Bruch der Stille war. „Ja, wir dachten, wir machen uns auch einen schönen Abend“, sagte Michelle. „Und was für einen Film habt ihr euch angesehen?“, fragte Nora weiter, während sie das heute erlebte so weit wie möglich nach hinten schieben wollte. „Wir haben uns „Selbst ist die Braut“ angesehen. Der war wirklich lustig“, begann Michelle zu erzählen. So saßen sie gemeinsam im Wohnzimmer, während Michelle den beiden von dem Film und einzelnen Szenen erzählte, die ihr besonders gut gefallen hatten. Manchmal gelang es ihr, ein Lächeln bei beiden zu zaubern. Am Ende hatte sie es sogar erreicht, dass Nora sich bei Charlie einhackte und Michelle dazu zwang den gesamten Film zu erzählen.
Don war während dessen im Büro angekommen, wo jedoch nur noch Colby saß und gerade dabei war den restlichen Papierkram in einen Ordner zu heften. Er war wirklich mit sich zufrieden, dass er den ganzen Papierkram endlich bewältigt hatte. Aber dann sah er seinen Chef durch die Tür durch kommen und ahnte schon Böses. „Colby, ruf die anderen zusammen. Wir haben einen neuen Fall“, sagte er nur im Vorbeigehen und setzte sich hinter seinen Schreibtisch und fuhr seinen PC hoch. Colby ließ den Ordner fast fallen, als er sich zum Telefon begab und nebenbei fragte: „Darf man wissen, was passiert ist?“
„Alles zu seiner Zeit, Colby“, sagte Don nur, der währenddessen Pendergast im FBI Register suchte und das L.A.P.D. anrief, damit man ihm die Akten zu sendete. Colby war überrascht, dass Don es scheinbar sehr eilig hatte, doch wiegte er sich in Geduld und beorderte Megan und David wieder zurück ins Büro.
Nochmals Danke Michelle für dein Beta-Lesen! Und schön, das du dich hier auch mal blicken lässt!
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